Smartphone-Rallye-Test in Nieder-Olm

Vor einer Weile hatte ich entdeckt, dass es eine App gibt, mit der man Rallyes über das Smartphone machen kann: Actionbound (erinnert ihr euch?). Möglicherweise für ältere Kids wie unsere Große eine interessante Alternative zur klassischen Paper-pencil-Schnitzeljagd! Gestern habe ich meinen Liebsten an unserem freien Freitagvormittag als Begleitung für einen Test engagiert. Und zwar im benachbarten Nieder-Olm, der Stadt mit den schönsten Parkgebühren (30 Cent – pro Stunde!). Denn auch in Nieder-Olm gibt es einen „Bound“.

Achtung: Wer den Bound noch selbst testen mag: Jetzt nicht mehr weiterlesen! Stattdessen hier loslegen.

Für alle anderen folgt ein kleiner Erlebnisbericht:

Der Bound wurde einst für irgendeine kirchliche Jugendgruppe entwickelt. Dementsprechend konnten wir direkt die erste Frage nicht richtig beantworten. Woher sollen wir auch wissen, wie der Hund des Pfarrers heißt? Jetzt wissen wir es: Prinz. Dann ging es los und wir versuchten den ersten Ort zu finden. Dabei sollten wir einem lustigen Pfeil auf dem Handydisplay folgen, der uns angeblich die Richtung weist. Erkenntnis 1: Der Pfeil ist komisch. Besser war es, auf die Entfernungsangaben zu achten: Noch 798 Meter bis zum Ziel. Noch 780 Meter. Und so weiter. Also irrten wir mit kontinuierlichem Blick aufs Handy durch die Nieder-Olmer Ortsmitte. Erkenntnis 2: Kinder benötigen auf jeden Fall einen „Blindenführer“ für eine Smartphone-Rallye. Wer durchgängig nur Augen für das Display hat, wird einfach zu schnell überfahren.

Irgendwann vermeldete das Handy mit einem Tusch „Ziel erreicht!“ Soso? Aha! Wir standen mehr oder weniger neben einer kleinen Marienkapelle. Die war mir vorher noch nie aufgefallen. Also schon etwas gelernt. Auf der Bank daneben erledigten wir unsere nächste Aufgabe: Sätze bilden, deren Wörter die Anfangsbuchstaben P, A, F und T haben. Dabei kamen wir auf großartige Sätze wie: Papa arbeitet für Trickbetrugaufklärung.

Danach ging es weiter. Puh, direkt über tausend Meter bis zum nächsten Zielpunkt. Dann mal los. Schließlich standen wir irgendwo neben dem Nieder-Olmer Gymnasium. Zwischen einem Baum und einem Kindergartenaußengelände. Also irgendwo im Nirgendwo. Das war etwas enttäuschend, denn wenn man schon so lange zum neuen Zielpunkt geführt wird, hat man durchaus die Vorstellung, dass es sich um einen besonderen Ort handeln müsste. Aber nun kam die zweite Aufgabe, die ausgleichend zur seltsamen Zielpunktwahl schon mehr zu bieten hatte: Macht ein Foto von euch – aber zwei Leute dürfen den Boden nicht berühren. Da wir nur zwei Leute waren, gelang das einhändige Festhalten am Kindergartenzaun und Selfieknipsen nicht wirklich gut. Nur Beine zu sehen. Aber lustig!

Ihr glaubt es nicht, aber nachdem wir noch ein paar Quizfragen beantwortet hatten, waren plötzlich schon die ersten 50 Minuten vorbei! Vielleicht waren wir zu langsam, aber es war einfach recht viel Weg zurückzulegen – und zugleich wenige Aufgaben zu erledigen. Das würde ich anders machen. Nein, das WERDE ich anders machen. Mein Liebster wies nun schon weniger Motivation zum Weitertouren auf. Also spazierten wir zum Einkaufszentrum zurück, machten unsere Besorgungen und gönnten uns danach einen Imbiss bei unserem Traditionsdönerladen: Bei Ali waren wir schon in Finthen immer Döner essen. Nun betreibt er mit seiner Familie das Yilmaz Kebap-Haus in der Nieder-Olmer Bahnhofsstraße 2b.

Nun wo ich das alles schreibe, merke ich, dass ich doch gern wissen würde, wohin uns die Bound-Macher noch gejagt hätten. Wer es nicht abläuft, findet das nämlich leider nicht heraus, denn man muss tatsächlich immer bis zu den jeweiligen Orten laufen, um zu wissen, wie es weitergeht. Die Idee meines Liebsten: Wir fahren das mit dem Auto ab! Typisch 😉 Nein, nein, ich werde es doch besser als netten Anlass für einen Spaziergang nehmen – wenn mal Zeit ist. Man kann nämlich bei den Bounds auch pausieren, was eine sehr praktische Funktion ist.

Ergänzend dazu werde ich wohl einfach selbst einen Bound anlegen. Wenn ich mal Zeit habe und Muse. Das wird dann wohl ein Ebersheim-Bound werden, denn das ist ja im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich naheliegend. Habt ihr eine Anregung, wohin man in Ebersheim unbedingt geschickt werden sollte? Schreibt’s unten in die Kommentare! Irgendwann werden die Mainzer Studenten dann nicht mehr nur zur Weinwanderung am Pfingstsonntag kommen, sondern ganzjährig zur fröhlichen Rallye durchs Weindorf in der Stadt.

Ein Gedanke zu “Smartphone-Rallye-Test in Nieder-Olm

  1. Evi schreibt:

    Hab Dich gefunden 😄
    Auf alle Fälle muss man beim Bäcker W. vorbei, um sich mit Proviant und einem leckeren Kakao einzudecken. Dann wären da noch die vielen schönen Spielplätze, der Reitstall und mind. ein Winzer sollte auch auf der Tour dabei sein 😉.
    Bin schon gespannt auf Deinen Ebersheim Bound!

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