Vom Leben mit Fußballnarren – auf in die WM 2018

Die Bundesliga-Saison ist längst vorbei und gestern hatte auch unsere Große das letzte Turnier vor der Sommerpause. Da kommt die Weltmeisterschaft 2018 gerade recht für all die Fußballbegeisterten.

Zum Trost über das Saisonende der heimischen Kickerkids sollte die deutsche Nationalelf heute in ihrem ersten WM-Spiel für Aufheiterung sorgen: Auf dem Ebersheimer Sportplatz wurde ein großes Fest für alle Jugendmannschaften und deren Familien veranstaltet, mit Wettspielen, Kuchen- und Grillbuffet sowie einer Leinwand für’s Public Viewing. Das Trainerteam hatte vollen Einsatz bei den Vorbereitungen gezeigt und alles lief bestens. Die Kids waren hoch motiviert und unsere Große hatte trotz des Partywochenendes, das bereits hinter ihr lag, den Ball voll unter Kontrolle. Im Wettstreit mit den etwa 15 Mädels, gegen die sie antrat, ergatterte sie die Goldmedaille. (Ich nenne sie nun heute nur noch Goldie.) Sogar die grauen Wolken hielten den Regen brav zurück. Nur die deutsche Nationalelf war nicht in Form. Da half auch kein Zauberstab…

Während Goldie sich gerade neben mir auf dem Sofa aufregt („Der Schiedsrichter war total doof!“), ist mir das alles ja ehrlich gesagt recht schnuppe. Der einzige Grund, weshalb mich die Fußballergebnisse interessieren, ist mein Kicktipp. Und für fröhliches Rätselraten bei http://www.kicktipp.de entschied ich mich primär, um eben genau dieses Minimalinteresse für die WM aufbringen zu können. Das hat schon bei der EM gut geklappt – den netten Arbeitskollegen sei dank, die diese Tipprunden regelmäßig ins Leben rufen! Aktuell tippe ich ergänzend dazu sogar noch im Dienste der Wissenschaft: Sozialwissenschaftler der Uni Mainz erforschen, inwieweit sich das Tippverhalten von Laien und (selbsternannten) Experten unterscheidet. Ich bin da definitiv den Laien zuzuordnen. Mein Tippverhalten ist vor allem sympathiegesteuert, was mitunter zu Enttäuschungen führt. So hat Costa Rica heute leider verloren. Und Australien hatte auch keine Chance gegen die Franzosen. Bedauerlich. Aber hey, immerhin hab ich halbwegs den Überblick und kann mich an entsprechenden Small Talks beteiligen. Ziel erreicht.

Mangelndes Interesse für den „großen Fußball“ ist eigentlich auch nicht das Problem. Mittelmäßiges Interesse am Fußballspiel der eigenen Tochter dagegen sehr wohl. Man will sich ja grundsätzlich durchaus für das begeistern, was der Nachwuchs so tut. Und in unserem Fall ist der Fußball zudem auch die Leidenschaft meines Liebsten. Gleichwohl… ich kann oftmals gut darauf verzichten. Da ist aber auch ständig Training, zusätzlich wöchentlich ein Spiel oder Turnier (zumindest gefühlt). Vielleicht darf ich auch gesättigt sein?! Der Kleine geht ebenfalls mal mit Begeisterung auf den Sportplatz, mal hat er gar keine Lust. Heute war beides der Fall: Erst wollte er nicht hingehen, dann wollte er nicht mehr weggehen. Aber mir war zu Beginn der zweiten Halbzeit wirklich kalt und langweilig, da hatte er irgendwann keine Chance mehr und musste sich von seinen kleinen Kumpels und Kumpelinen verabschieden. Die hatten sich gerade bestens im Weitsprungsandkasten amüsiert.

Unsere Goldie kommt sehr nach ihrem Vater. Die beiden teilen die Leidenschaft für Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen. Als sie mit dem Fußball begann, hätte ich gedacht, dass sie diesen Sport relativ bald zugunsten eines anderen eintauscht, denn sie ist wirklich vielseitig interessiert. Noch heute sehe ich eigentlich eine Kampfsportlerin in ihr. Stattdessen wurde das Interesse am Kicken aber immer größer. Und natürlich wurde sie auch immer besser, was wiederum dazu motiviert, am Ball zu bleiben – im wahrsten Sinn des Wortes. Und so freue ich mich natürlich über ihre Erfolge und drücke fleißig die Daumen – wenn eben auch manchmal nur aus der Ferne. Immerhin: Meine Überlegung, die kommenden Wochen in den Niederlanden zu verbringen, um dem WM-Trubel zu entgehen, habe ich nicht realisiert. Vielleicht gewöhne ich mich langsam ein wenig daran. Die Fußballnarren vor dem Fernseher, der Kleine und ich in der Hängematte, in der Eisdiele, bei Freunden,… Hoch lebe die friedliche Koexistenz! Und natürlich auch die Erweiterung des eigenen Horizonts durch die Interessen der lieben Menschen, die einen umgeben. So ließ ich Goldie neulich als Leseübung aus der Sportbild vorlesen und erfuhr dadurch beispielsweise, dass der isländische Trainer eigentlich Zahnarzt ist und auf der kleinen Insel Heimaey wohnt, die mit etwas mehr als 4.000 Einwohnern von ungefähr so vielen Menschen bevölkert wird wie der Mainzer Stadtteil Marienborn. Wer Kinder hat, lernt eben nie aus.

Übrigens: Argentinien wird Weltmeister 2018. Die haben da so schöne Musik. Und vielleicht auch realistischere Chancen als Uruguay, Costa Rica und Panama… Wir werden sehen! Was ist euer Tipp?

3 Gedanken zu “Vom Leben mit Fußballnarren – auf in die WM 2018

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s