Hoch hinaus und in die Neustadt hinein: Von den Bonifatiustürmen zum Gartenfeldplatz

In der Nähe des Mainzer Bahnhofs ragen zwei beeindruckende Hochhäuser in den Himmel: Die Bonifatiustürme. Mit 23 Stockwerken sind sie die höchsten Gebäude der Stadt. Bisher waren wir dort immer nur im 1. Stockwerk (da ist unser Kieferorthopäde) – aber heute waren wir immerhin im 15. Stock. Anlässlich des Tags der Architektur hatte ein Architekturbüro seine Türen geöffnet. Und diese Gelegenheit, mal von oben aus dem Fenster über Mainz zu blicken, mussten die Kids und ich direkt nutzen. Netterweise waren auch noch eine befreundete Mutti und deren Große dabei. Es wurde also ein richtiges kleines Ausflugsevent – inklusive Anreise mit Bus und Straßenbahn.

Neben dem Blick nach draußen über Mainz und dem Blick auf das Großraumbüro der Firma mit vielen, vielen Computerbildschirmen, erhielten wir auch einen Einblick in die Geschichte der Bonifatiustürme, die Mitte der 1970er Jahre gebaut wurden. In einem Baustil, der den lustigen Namen „Brutalismus“ trägt.

Das Highlight war aber der Aufenthaltsraum, der für Groß und Klein etwas zu bieten hatte: Unser Junior vergnügte sich mit der großen Legokiste, die Mädels spielten ein paar Kicker-Partien. Und die Erwachsenen genossen die Aussicht.

Die Kinder hätte noch eine Weile spielen und die Snacks in der Kaffeeküche wegfuttern können, wenn sie nicht doch von den Muttis weggelockt worden wären. Mit dem bestmöglichen Lockmittel: „Wir wollen doch noch ein Eis essen!“

Auf zum Gartenfeldplatz, einem Ort, der sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Treffpunkt in Mainz gemausert hat, weil sich dort einige sympathische Läden ansiedelten. Auch ich könnte mir einen schönen Nachmittag rund um den Gartenfeldplatz gestalten: Mittags ankommen und leckere Kumpir im Schrebergarten futtern (ich favorisiere den Kumpir Caracho im mexikanischen Style). Danach nebenan in der Buchhandlung Bukafski schmökern, wo man auch leckeren Kaffee bekommt. Später noch ein N’Eis, denn am Gartenfeldplatz ist sozusagen die Mutterfiliale des Neustadt-Eis. Abends könnte man in der Bagatelle etwas essen, wo es auch ein paar Gesellschaftsspiele gibt. Ich weiß noch, wie ich vor vielen Jahren mit meinem Liebsten dort zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder „Malefiz“ gespielt habe, eines meiner Lieblingsspiele zu Schulzeiten.

So viel Zeit war heute allerdings nicht. Uns blieb nur etwas mehr als eine Stunde, es reichte also eigentlich nur zum Eis essen und einen kurzen Aufenthalt auf dem Spielplatz, der sich mitten auf dem Gartenfeldplatz befindet.

Ein bisschen schaukeln, klettern und auf dem Drehteller so wilde Runden drehen, dass wir befürchteten, die Kinder kämen nicht mehr heil nach Hause. Aber es gab keine Verletzten und wir standen pünktlich am Bahnhof. Es war sogar noch genug Zeit, um die Rolltreppen einmal hoch und runter zu fahren. Ist es nicht großartig, woran man sich alles erfreuen kann?! Heute kamen wir auf jeden Fall günstig durch den Tag.

Auf der Rückfahrt waren die Kinder ziemlich platt. Der Kleine schlief im Buggy ein und die Große wäre auch am liebsten im Bus sitzen geblieben, um ein Nickerchen zu halten. Aber abends kam die Familie zum Grillen und WM-Gucken zu uns. Der Tag war also noch nicht vorbei, sondern sollte in den heimischen vier Wänden mit guter Gesellschaft weitergehen. Während die Tanten, Onkels und Cousinen ganz aufgeregt mit der deutschen Mannschaft fieberten, die sich gegen Schweden schwer tat, setzte der Kleine seinen Ausflug ins hoch gelegene Architekturbüro in tolle Legobauwerke um: Dieser Turm ist definitiv nicht brutalistisch, sondern… schön!

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