Auf ins Allgäu! Urlaub in den Bergen

Es gibt so viel zu entdecken in dieser Welt! Ich habe seit einer Weile so richtig Lust darauf, Deutschland in all seiner Vielfältigkeit besser kennenzulernen. Dieses Jahr beugte sich meine Family netterweise meinem Wunsch nach einem Sommerurlaub in den Bergen. Nur etwa 4 Stunden von Mainz entfernt im Allgäu: Saftige grüne Wiesen, Berge, hübsche Kühe, Bergseen und freundliche Menschen, die wunderschönes Bayrisch sprechen.

Eigentlich wollte ich gerne an den Chiemsee. Aber irgendwie verliefen meine Recherchen nach einer Unterkunft in dieser Gegend damals überraschend schleppend. So erweiterte ich meinen Blick nach einer Weile auf die gesamte deutsche Alpenregion und entschied mich in einer Nacht-und-Neben-Aktion im März ganz spontan für eine hübsche, kleine Ferienwohnung am Rande von Immenstadt. Entscheidender Faktor war dabei die Lage: direkt an einem Fluss, 5 Minuten zu Fuß zum Kleinen Alpsee und zugleich „in der Zivilisation“. Eigentlich hatte ich nach Bauernhofurlaub Ausschau gehalten, aber dann spürte ich in mir, dass ich gerne zur nächsten Eisdiele laufen können möchte… Abgesehen vom knarrenden Holzboden erwies sich unsere Ferienwohnung als gute Wahl. Der Holzboden war ja zumindest schön und sorgte für eine gemütliche Atmosphäre, man hatte nur leider keine Chance, leise durch das 1,5-Zimmer-Appartment zu schleichen, wenn die anderen noch schliefen.

Am Ankunftstag erkundete ich mit den Kids direkt die Umgebung, während unser Papa sich noch von der Fahrt ausruhte. Er hatte uns gut über die teilweise doch recht volle Autobahn gebracht. (Wenn ich ihn nicht hätte… ich wäre Zug gefahren…)

Am Kleinen Alpsee entdeckten wir direkt das Freibad, das wir im Laufe der Woche zweimal besuchten. Unsere Große übte sich dort im Stand-up-Paddeln, der Kleine planschte wild und wird zunehmend mehr zur Wasserratte.

Wenn man dann über den sogenannten Badeweg, der den Kleinen und den Großen Alpsee mit Immenstadt verbindet, zurück in den Ort geht, kommt man an einem hübschen Spielplatz vorbei.

Abends fuhren wir mit dem Auto rüber an den Großen Alpsee, wo es ein schönes Restaurant in Ufernähe gibt. Das Ambiente hat natürlich seinen Preis, aber zumindest waren Pizza und Salat beide auch sehr lecker. Ach, es war schon am ersten Abend so richtig urlaubig. Die Kinder warfen Steinchen in den See, tobten herum und amüsierten sich über zwei komische Typen, die einen Steineweitwurfwettbewerb miteinander austrugen. Obwohl es dort so hübsch war und man auch im See hätte baden können, schafften wir es erst am letzten Abend noch einmal dorthin. So hatten wir nach einer Woche weder den dortigen Spielplatz noch die Minigolfanlage besucht und waren auch nicht Tretbootfahren gewesen. Es gab einfach so viel in der Region zu entdecken!

Wir hatten eine Woche lang erfreulich tolles Wetter. Es regnete nur gelegentlich mal am Abend oder in der Nacht sowie an unserem Abreisetag. Sonst: Sonne satt! Unter diesen hervorragenden Bedingungen konnte im schönen Allgäu nicht viel schief gehen und ich möchte euch diese tolle Ecke im Süden Deutschlands auf jeden Fall ans Herz legen! Sicherlich hatten wir nicht nur mit dem Wetter Glück, sondern haben auch die perfekte Reisezeit erwischt: Während wir bereits mitten in den Sommerferien steckten, gingen die bayrischen Kinder noch alle zur Schule und steckten vermutlich im Ferienvorstress, in dem eine Sommerfest das nächste jagt, zwischendurch ein Klassenfest veranstaltet wird und plötzlich noch alle rasch Geburtstag feiern, bevor sich die Freunde in den Ferien in alle Winde zerstreuen. Entsprechend waren die Ausflugsziele an den Wochenenden nicht überlaufen und zum Beispiel die Therme des Combomare in Kempten vormittags fast leer.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit daher nachfolgend für euch ein paar Impressionen und Tipps:

Seilbahnfahren in die Berge ist natürlich ein absolutes Muss! Unser Kleiner hatte sich erst weigern wollen, mit dem Sessellift zu fahren. Irgendwie verständlich. Es jagt einem schon Respekt ein, wenn man da so über die Welt hinwegschwebt und jederzeit runterspringen könnte. Aber nach der ersten Liftfahrt war das schon okay für ihn. Im Gegenteil, ich musste mir beim vierten Mal tatsächlich anhören: „Das ist soooo öde!“ Bitte was??! Öde?!

Oben auf den Bergen sind wir nun nicht besonders viel gewandert, ist eben doch etwas anstrengend. Aber immerhin zweimal sind wir vom Gipfel zur Mittelstation runtergelaufen. Das war dann machbar. Begleitet vom Konzert der Kuhglocken.

Ansonsten gibt es immer etwas zum Spielen an den Stationen. Sehr kreativ war der Spielplatz an der Mittelstation des Mittags (so heißt der Berg bei Immenstadt). Und stundenlang verweilten wir auf der Abenteueralpe. Die Abenteueralpe kostet zwar auch ein paar Euro Eintritt, aber dafür ist es dort wirklich sehr schön, es gibt Ziegen, Lamas und Alpakas und man kann es stundenlang dort aushalten.

Außerdem startet direkt neben der Abenteueralpe Deutschlands längste Alljahres-Rodelbahn. Der AlpCoaster. Das war übrigens meine erste Fahrt auf einer Sommerrodelbahn. Und das zusammen mit dem Kleinen, für den das natürlich auch eine Premiere war. Aber: Wir waren schnell!! Wenn uns die Frau davor nicht ausgebremst hätte,…

Einen Tag verbrachten wir in Kempten, einem hübschen Städtchen! Wir versandeten nach dem Dönerlunch erst einmal in einer Buchhandlung, die mit paradiesischen Zuständen warb und auch über eine interessante Buchauswahl verfügte. Ich schlug in der Philosophie-Abteilung zu und befasse mich nun zwischendurch immer mit dem Thema Zeit. Danach wartet noch ein Buch über den Existenzialismus auf mich, das mich beim Reinlesen schwer beeindruckt hatte. Unsere Große nahm sich ein neues Lotta-Leben-Buch mit. Und wurde von mir genötigt, noch vor Ort das Bilderbuch der jungen Friedensnobelpreisträgerin Malala zu lesen, das ich hiermit jedem ans Herz legen möchte. Nicht ganz günstig, aber wirklich schön gemacht und mit Botschaft!

Mein Kulturanthropologenherz schlug in Kempten ebenfalls höher, als wir kurz den Schauraum der Erasmuskapelle besuchten. Ein eigentlich sehr unspektakulärer, fast leerer Raum – mit einer sensationellen Präsentation der Geschichte dieses Ortes. Mit Beamer und Audiokommentar. Super gemacht!

Apropos Kulturanthropologenherz: Natürlich besuchten wir auch das Bergbauernmuseum, das immerhin das höchstgelegene Freilichtmuseum Deutschlands ist und viel für Groß und Klein zu bieten hatte. Wir konnten problemlos 3 Stunden dort verbringen. Zwischen dem Bildungsinput gab es vor allem für die Kids viele lustige Ideen: Ein Traktor-Parkour und ein Heuboden zum Toben, Spielplätze und einige Tiere (Schafe, Esel, Hühner, Bienen)… und als besondere Attraktion an diesem Tag eine frei herumlaufende Kuh, die neben dem Waldspielplatz entspannt graste.

Besonders schön fand ich auch unseren Besuch in der Breitachklamm, wo ein teilweise wilder Fluss durch die Schlucht jagte. Die Breitachklamm wäre für mich ein Argument, auch einmal im Winter in die Berge zu fahren, obwohl ich gar kein Freund von Eis und Schnee bin – dort könnte es aber ganz schick sein. Schon beeindruckend, was die Natur so alles geschaffen hat!

Noch ein Tipp für die Wassersportler unter euch: Bei Immenstadt gibt es den Inselsee. Und dort gibt es einen Wasserskilift. Man kann sich dort also je nach Können maschinell auf Wasserski/Wakeboards quer über den See oder ringsherum ziehen lassen. Die Profis vor Ort flitzen da beeindruckend herum und springen auch über Hindernisse. Meine beiden Sportler stiegen ebenfalls wagemutig auf die Bretter und schlugen sich wirklich gut in den Fluten.

Schön war’s! Falls ihr auch mal dort seid, schreibt mir eine Postkarte! Oder nehmt mich mit 😉

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