Ich, du, wir: 3mal Mainzer Weinmarkt mit lieben Menschen

Ich bin kein Weintrinker. Aber ich hatte dieses Jahr riesig Lust auf den Mainzer Weinmarkt zu gehen und war wirklich hoch erfreut, dass eine liebe Kollegin vergangenen Donnerstag dort ihren Geburtstag mit uns feiern wollte. Ich musste zwar etwas nachzügeln, weil mein Liebster und ich vorher noch unsere Segway-Tour durch das Selztal unternommen haben, aber um 20 Uhr war ich vor Ort. Im Mainzer Stadtpark.

Das Auto parkte ich am Ende des Volksparks und lief quer durch die ganze Anlage, bis ich bei den anderen Damen ankam, die bereits ein, zwei Weinflaschen zusammen geleert hatten. Ich vergnügte mich mit einem Knobibaguette und beschränkte mich sonst auf… ja, unglaublich: Wasser. Ich hatte kurz mit einem Federweißen geliebäugelt. Und mit der Cocktailbar. Aber an diesem Abend war ich einfach genügsam. Ich war mit der wunderbaren Gesellschaft und dem schönen Ambiente um mich herum so zufrieden – da brauchte es nicht mehr zum Glück.

Am Weinmarkt liebe ich das Lichtermeer, die fröhlichen Menschen an all den Ständen, die gemütliche Stimmung, die unglaubliche Auswahl an Essen, die wirklich für jeden etwas zu bieten hat,… und obendrauf gibt es Musik! Am Donnerstagabend erfreute uns ein junger Mann mit seinem Gesang. Wir saßen nicht so nah an der Bühne, dass wir uns voll auf die Musik konzentriert hätten, aber zwischen den vielen verschiedenen Gesprächsthemen gab es immer mal einen Moment andächtigen Lauschens.

Ich hätte noch lange dort verweilen können. Die Müdigkeit, die mich um 19 Uhr überkommen hatte, war um 23 Uhr wie weggeblasen. So begleitete ich die lieben Kolleginnen noch zur Bushaltestelle in die Altstadt und schlenderte danach wieder über den Weinmarkt zurück zum Auto. Auf der Heimfahrt stellte ich das Radio laut, war noch voller Energie und Tatendrang und entsprechend irgendwie traurig darüber, nun schon wieder nach Hause zu fahren. Ich saß noch eine ganze Weile im Auto und hörte Musik.

Am Tag darauf war es dann mein Liebster, der auf den Weinmarkt fuhr. Ein Freund aus Schulzeiten feierte dort in seinen Geburtstag hinein. Vom Wein war mein Mann nicht besonders begeistert – er ist eben ein Biertrinker. Aber der Abend war wohl so schön wie meiner am Tag davor. Es war eine richtig große Runde an langjährigen Freunden und Bekannten zusammengekommen. Auf einmal gab es kleine Babys zu sehen, von deren Existenz man zuvor nicht wusste, Urlaubsfotos wurden gezeigt, die ersten Eindrücke von den neuen Schulen der Kinder ausgetauscht,… ein Rundumschlag zur großen Frage: „Und was gibt es bei dir Neues?“ So ist das, wenn man sich nur selten sieht, aber jedes Wiedersehen ein Fest ist.

So hatten wir also beide bereits einen Weinmarktausflug gemacht, jeweils ohne kleine Begleiter. Aber ich konnte nicht genug bekommen. So wünschte ich mir, am Samstag gemeinsam mit meinen Lieben dorthin zu fahren, um einen Abendsnack einzunehmen, ein wenig Musik zu hören und noch auf ein Getränkt herumzuhängen. Die Große hatte allerdings spontan eine Übernachtung bei den Nachbarn angezettelt (Zelten im Garten!) und war somit gar nicht mit dabei. Und da wir erst um 18.30 Uhr starteten, kam es, wie es kommen musste: Der Kleine schlief auf der Hinfahrt ein. Menno. Dabei hatte ich darauf spekuliert, dass er auf der RÜCKFAHRT einschläft, damit man ihn direkt ohne großes Gutenachtgeschichtenlesen ins Bettchen legen kann. Das war dann wohl nichts. Aber gut, man macht das Beste daraus. Wir genossen also ein ruhiges, unkompliziertes Abendessen mit schlafendem Kind. Für mich Pommes mit Kräuterquark, mein Mann wählte Pulled Pork und Krautsalat. Wobei wir natürlich stets ein bisschen voneinander geklaut haben. War ja alles sehr lecker, was unsere lieben Freunde von der Mainzer Schwenkbraterei Spinnler gezaubert haben. (Katrin, bring uns was Leckeres zum Brunch mit in zwei Wochen :-).)

Danach bahnten wir uns einen Weg durch die Menschenmassen, zwischen den vielen Ständen hindurch. Halb Mainz schien sich hier versammelt zu haben! Irgendwann wachte auch unser kleiner, müder Typ wieder auf. Hüpfburghüpfen war ihm allerdings noch zu krass. Also schlenderten wir über den Künstlermarkt im Rosengarten. Dort gab es einiges zu entdecken, der arme Junior musste allerdings ständig seinen Buggy verlassen, weil überall Treppen waren.

Das Karussell am Rande des Weinmarktes weckte ihn dann aber endgültig. Nach vier Runden Karussell war er wach genug für eine abendliche Portion Pommes mit Ketchup. Zwischenzeitlich war es dunkel geworden. Wir hatten bislang weder Wein noch Bier noch sonst etwas für uns organisiert, weil es tatsächlich so voll war, dass nirgendwo freie Sitzplätze zur Verfügung standen. Und die Wiese war uns zu kühl an diesem Abend. Damit war zwar die Mission „Musik & Getränk“ nicht geglückt, aber wir hatten dennoch einen schönen kleinen Abendausflug gehabt. Daheim schlief ich übrigens noch vor unserem Junior ein. Ich saß auf dem Sitzsack im Wohnzimmer und zack – weg. Weinmüdigkeit auch ganz ohne Wein.

Heute war bereits wieder der letzte Tage des Weinmarkts. Wer also bislang den Weg dorthin nicht gefunden hat, muss leider ein Jahr warten. Meine Idee für 2019: Wir buchen uns Ende August zur Weinmarktzeit in der Jugendherberge am Volkspark ein und machen dort einen kleinen Heimaturlaub. Und dann verabreden wir uns natürlich wieder mit lieben Freunden und Bekannten. Ein Hoch auf die Freundschaft und das schöne Mainz am Rhein!

Abschließend auch heute ein aus meiner Sicht passender Soundtrack: Ein getragenes Loblied auf die Freundschaft, gesungen von vier Grande Dames der Musik. So schön! Und zugleich so melancholisch wie meine derzeitige Stimmung, aus der ich seit Tagen nicht richtig rauskomme.

2 Gedanken zu “Ich, du, wir: 3mal Mainzer Weinmarkt mit lieben Menschen

  1. meinFrankenBlues schreibt:

    Ich liebe das Ambiente dieses wunderschönen Festes. Als wir noch in der Gegend lebten, haben wir nicht ein einziges Weinfest im Volkspark verpasst. Dein schöner Artikel und die Bilder, liebe Yasmin, haben die Stimmung bis nach Franken transportiert. So konnte ich ein wenig daran teilhaben. Danke! 🍷💕

    Aber ich will ja nicht jammern. Dafür haben wir hier in Franken unsere Keller, Biergärten und Heckenwirtschaften, die in lauen Sommernächten ebenfalls nicht zu verachten sind.

    Gefällt 1 Person

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