Pinguinrennen auf der Laubenheimer Höhe – eine Premiere :-)

Wir haben es tatsächlich noch in diesem Jahr geschafft: Gestern war ich mit den Kids Schlittschuhlaufen! Für den Kleinen waren es die ersten Schritte auf dem Eis. Ein spannender Moment… Für die Große, die bereits sehr souverän ihre Runden dreht, war es zumindest das erste Mal mit ihren schicken neuen Schlittschuhen, die dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum lagen.

Die Winterwelt auf der Laubenheimer Höhe besuchten wir zuletzt vor zwei Jahren. Lustigerweise ebenfalls mit der lieben Familie, die uns dieses Mal um kurz vor 11 Uhr daheim einsammelte, um uns mit dorthin zu nehmen. Sie haben zwei Töchter im jeweils passenden Alter unserer Kiddies, so dass es immer ganz wunderbar ist, wenn wir uns sehen, weil jeder jemanden zur Unterhaltung hat. Nun war der gemeinsame Ausflug zudem praktisch, weil der anwesende Papa (unserer musste ja daheim bleiben) sich das Treiben lieber mit einem Glühwein ausgerüstet hinter der Bande ansehen wollte statt sich aufs Eis zu wagen. Damit war er ideal als Kinderbetreuung für 4jährige mit akuter Unlust. Und mit Unlust und Nörgelei war definitiv zu rechnen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer. So auch dieser. Mein Sohnemann zog zumindest die kleinen Schlittschuhe noch sehr bereitwillig an und überraschenderweise gab es auch keine Die-sind-unbequem-Quengeleien. Sogar das Laufen auf den Kufen fand er noch lustig. Aber dann gings auf die Eisfläche und die war tatsächlich rutschig. Surprise! Ich hätte mir wohl vorher ein Youtube-Tutorial ansehen sollen: „Kindern Schlittschuhlaufen beibringen“. So war ich ein kleines bisschen ratlos, wie ich ihm den Bewegungsablauf vermitteln sollte. Wir hangelten uns also zunächst an der Bande entlang. Eine Hand am Rand, eine Hand bei Mama. Und so schafften wir eine ganze kleine Winterwelt-Runde. Dazu sei gesagt: Die Eisbahn ist nicht allzu groß… Die erste offene Tür nutze Junior dann direkt zur Flucht. Schnell auf die Männerbank am Rand zum heutigen Ersatzpapa.

Ich drehte eine Runde allein. Das half beim Rückengeradebiegen nach dem ersten Kindercoaching. Dafür, dass die Bahn wirklich noch nicht lange auf war (Einlass ist ab 11 Uhr), fühlte sich das Eis bereits nicht allzu toll an. Es war recht holperig. Vielleicht lag es aber auch an den Leihschlittschuhen. Professionelle Einkunstläufer werden auf dieser Bahn vermutlich nicht geboren. Aber das Ambiente ist dafür sehr hübsch. Blick bis nach Frankfurt – heute unter einem wolkenverhangenen Himmel. Im Dunkeln ist es noch schöner auf der Laubenheimer Höhe. Und möglicherweise sogar leerer. Unsere Idee, extra direkt nach der Eisbahnöffnung zu kommen, weil dann noch wenig los sei, erwies sich jedenfalls als Illusion. Irgendwann gab es sogar in einzelnen Größen keine Leihschlittschuhe mehr – was uns aber nicht betraf. Auch wenn es überraschend voll war – für uns war das soweit alles okay. Abgesehen davon, dass Junior nach Runde 1 bereits aufgab.

Ich befürchte, mein Sohnemann kommt in dieser Hinsicht eher nach mir. Ich bin auch jemand, der mitunter zu schnell die Lust verliert, sich etwas Neues anzueignen, wenn es nicht von Anfang an gut läuft. Das Ich-kann-das-eben-nicht-Syndrom, das ich heute erlebte, ist damit für mich nachvollziehbar, und ich staune regelmäßig über unsere Große, bei der es kaum ausgeprägt ist (sie kommt ganz nach ihrem Vater…). Die Frage ist nun: Wie geht man damit um? Zuletzt hatten wir das völlig verfrühte Aufgeben bei den ersten Fahrradfahrversuchen erlebt. Da saß er auf dem kleinen Rad, ich hielt ihn an den Schultern und es lief wirklich erstaunlich gut. Aber nach zwei Minuten kam bereits die Blockadehaltung. Will nicht mehr. Nein. Aber warum? Noch zehn Minuten und du kannst Fahrradfahren! Nein. Will nicht. Okay, Mama zwingt dich nicht zu deinem Glück. Dieses Mal kostete das Neuerlernen von Grundkompetenzen aber Geld: 3 Euro Eintritt und 5 Euro für die Schlittschuhe. Zudem waren wir eben erst gekommen und wollten durchaus noch eine Weile bleiben. Da wird nicht nach einer Runde gestreikt! Also griff ich ausnahmsweise zu härteren Maßnahmen. Meine Ansprache lautete in etwa: „Los, du Weichei, stell dich nicht so an. Du gehst da nun nochmal rauf!… O doch!… Nee, nach einer Runde kann man das noch nicht, das muss man üben!… Los jetzt!… Du guckst heute kein Fernsehen, wenn du dich so anstellst! Mitkommen!“ Ja, schockierend – aber wirksam: Angedrohtes Fernsehverbot. Ich bekam den Jungen nochmal auf’s Eis.

Unsere Große erwies sich erfreulicherweise als Heldin der Pinguinorganisation. Diese posierlichen Pinguintierchen, die kleinen Anfängern bei ihren ersten Eislauferfahrungen helfen, waren spärlich gesät. Es gab drei! Drei Pinguine für all die anwesenden Kinder. Überraschend wenig. Ich hatte die Hoffnung, dass wir einen von ihnen einfangen können würden, direkt am Anfang aufgegeben. Aber die Große war optimistisch und besorgte tatsächlich zwei Stück für die beiden Kleinen. Das erwies sich als wahrer Glücksfall – denn nun klappte die Bewegung auf dem rutschigen Untergrund wirklich sehr viel besser. Es wurde ein regelrechtes Pinguinrennen. Der kleine Schmolli gab sich Mühe und empfand den Ausflug nun nicht mehr als die reinste Qual, sondern hatte endlich etwas Spaß bei der Sache.

Später übten wir auch noch ohne Pinguin. Am lustigsten war es natürlich, wenn wir zusammen fuhren: Mama 1, Eisprinzessin, Eisprinz, Mama 2 – eine Viererkette mit wackeligem Zentrum.

Nach einer Stunde verloren die beiden Kleinen aber vollends die Lust. Da sie sich nicht aufraffen konnten, zum kleinen Spielplatz überzusiedeln, wurden sie mit einem reichlich überteuerten Snack für ihren Einsatz belohnt und teilten sich ein Brötchen mit Wiener Würstchen. Für 3,50 Euro. Das von mir ursprünglich angedachte Mittagessen auf der Eisbahn musste jedenfalls in Anbetracht der Preise entfallen. 5 Euro zahle ich dann doch nicht für eine Portion Pommes oder eine Bratwurst. Und auch nicht 4,50 Euro für eine Waffel. Man sollte also vielleicht primär zum Schlittschuhlaufen herkommen, weniger zum Essen. Bevor wir um kurz nach 13 Uhr weiterzogen, um uns etwas zu Futtern zu suchen, drehten die großen Mädels und ganz großen Mädels/Mamas noch einige sehr entspannte Runden auf dem Eis, während Papa die Kleinen unterhielt.

Kulinarisch führte uns der Weg zum Dönerladen. Leider waren die Dönerdealer sowohl in Weisenau als auch in Hechtsheim im sonntäglichen Ruhemodus. So landeten wir tatsächlich in Finthen, wo es an der Tankstelle im Ort einen Imbiss gibt, in dem man gut verweilen kann, der leckere Sachen hat und bezahlbar ist – und dessen Knobisauce es tatsächlich in sich hat. Danach kommt definitiv kein Vampir zu Besuch.

Selbst wenn es in sportlicher Hinsicht noch nicht so gut klappte und mein Junior relativ bald die Reißleine zog. um wieder festen, vertrauten Boden unter den Füßen zu haben, hatten die Kiddies zumindest Spaß zusammen und verstanden sich gut. Die beiden großen Mädels kennen sich nun ja schon lange und es hat immer gut harmoniert. Die Kleinen gehen aber in unterschiedliche Kindergärten und hatten sich schon eine ganze Weile nicht gesehen. Sie sind allerdings beide ziemlich nette und zugleich lustige Persönlichkeien – es passte prima. Wir können demnach sehr zuversichtlich auf den Silvesterabend blicken, den wir ebenfalls zusammen verbringen werden – gemütlich bei uns daheim. Ohne sportliche Ambitionen…

Genießt den letzten Tag des Jahres, ihr Lieben in Nah und Fern!

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