Familienausflug ins Felsenmeer

Ich halte unseren Junior in der Regel für eine Lusche, wenn es darum geht, längere Wege zurückzulegen. Heute bewies er mir: Man muss ihm nur ein paar Steine in den Weg werfen – dann läuft es. Beziehungsweise dann läuft ER.

Das Felsenmeer bei Lautertal erwies sich für alle Familienmitglieder als geeignetes Ausflugsziel: Der Kleine war hoch motiviert und kaum zu bremsen, unsere Große ist bekanntlich in ihrem früheren Leben eine Bergziege gewesen und fühlte sich dort quasi daheim, ich bin ja grundsätzlich stets dankbar dafür, wenn ich ein paar Meter zu Fuß gehen kann, und sogar mein Mann, der seit seiner Operation am Sprunggelenk noch immer nicht ganz fit ist, durchlebte den Tag mit einem Lächeln auf den Lippen.

Wir starteten kurz vor 11 Uhr in Mainz, um pünktlich zur Mittagszeit am Ausflugsort zu sein. Dort trafen wir nach einer 50-minütigen Fahrt meine Mutter und ihren Freund sowie dessen Neffen mit Familie. Ein sonniger Tisch für 10 Personen im Außenbereich des afrikanischen Restaurants „Ada’s Buka“ war also der Ausgangspunkt für unsere Entdeckungstour. Und das war ein guter Start. Kulinarisch hatte die Speisekarte für jeden Geschmack etwas zu bieten. Die Erwachsenen probierten die nigerianische Küche, die Kids blieben bei vertrauten Bratwürsten und Pommes. Die ebenfalls auf der Speisekarte angebotenen Antilopen-Bratwürste hatte die Große natürlich völlig empört abgelehnt. Ich liebäugelte zugegebenermaßen sehr mit den Schinkennudeln, aber letztlich wurden es dann Samosa (gefüllte Teigtaschen) mit Salat, mein Liebster hatte eine Art Gulasch mit Reis.

Nach dem Mittagsmahl war es überaus vorteilhaft, dass es zunächst bergab ging. Nicht mit der Stimmung. Nur der Weg natürlich. Verdauungsspaziergang. Die Kids waren schon eifrig am Klettern und Balancieren, turnten am Abgrund herum und verursachten so manches Mal Herzklopfen bei mir, obwohl ich insgesamt eher zu den gelassenen Müttern gehöre.

Wir hatten uns für die „halbe Tour“ entschieden, um meine großen und kleinen Jungs nicht überzustrapazieren. Als wir wieder oben waren, stellten wir allerdings fest: Da wäre durchaus mehr gegangen. Der Kleine war noch fit und begeistert, die Große wollte die Runde am liebsten gleich ein zweites Mal machen. Auch ich (die Unsportliche) hätte noch Energie gehabt. Morgen werde ich aber sicherlich doch einen kleinen Muskelkater streicheln können, denn ich musste dem Junior ganz schön flott hinterher klettern…

Die Kletterpartie fiel also glatt etwas knapp für uns aus. Weiß man ja vorher nicht. Beim nächsten Mal würden wir noch weiter nach unten gehen, bis zum Felsenmeer-Informationszentrum, das am Fuße des Berges steht. Dort gibt es wohl auch einen Biergarten mit Spielplatz. Verhungern muss also wirklich niemand im Felsenmeer. Oben das afrikanische Restaurant, unten der Biergarten und dazwischen noch ein Kiosk, an dem wir schließlich am Ende unserer Tour noch einmal zusammen saßen. Ich hab den Kaffee dort nicht getestet, aber mein Liebster sagte, er sei tatsächlich ganz gut. Thermoskannen muss man also nicht zwangsläufig durch die Gegend tragen. Wobei unsere Große ja darauf bestanden hatte, dass wir ein Picknick einpacken. „Man muss auf den Felsen picknicken!“, hatte sie verkündet und so waren zu den Wasserflaschen auch Brezelchen und Spundekäs sowie Kekse und Kaubonbons in den Rucksack gewandert. Wir zogen unser Picknick natürlich auch wunschgemäß durch, obwohl wir vom Mittagessen definitiv noch satt waren. Mein Gott, waren wir heute Nachmittag vollgefuttert…

Aber weil der Tag um 15.30 Uhr noch nicht vorbei ist und wir noch etwas Zeit mit meiner Mam und ihrem Freund verbringen wollten, zogen wir mit unseren runden Bäuchen noch ins nahe gelegene Landhotel und Restaurant „Kuralpe Kreuzhof„. Irgendwo in der Magengegend würde schon noch Platz für ein Stück Kuchen und ein Heißgetränk sein…

Das Panorama erinnerte tatsächlich ein wenig an unseren Allgäu-Urlaub. Beschaulich, ländlich, grün,… Alpe eben. Der Name passt auf jeden Fall gut. Die Erwachsenen saßen plaudernd in der Sonne, für den Kleinen gab es einen prima Spielplatz und die Große fand die Schafe sehr liebenswert. So viele Schafe. (Fast wie in Mainz… sozusagen.)

Es ist immer wieder verblüffend, wie viele tolle Ausflugsziele sich im Radius einer Autostunde rund um Mainz befinden – und so viele von ihnen kennen wir bislang nicht. Die kleine Reise zum Felsenmeer hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und wir waren natürlich sehr froh, dass das Wetter mitgespielt hat, denn die Verabredung mit dem Rest der Truppe bestand schon seit ein paar Wochen und einen Plan B für Regenwetter hatten wir damals natürlich nicht festgelegt. War aber eben auch nicht nötig. Braver Petrus!

Mal gucken, welche Orte wir in der nächsten Zeit noch entdecken werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir 2019 weiterhin fleißig auf Erkundungstour gehen und uns gelegentlich aufraffen können, die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Bewährte Orte und Aktivitäten sind natürlich zumeist entspannend. Man kennt sich aus und weiß, was einen erwartet. Und wenn man zum zweiten, dritten, vierten, x-ten Mal an einen Ort zurück kommt, dann hat das wohl seine Berechtigung. Aber es sind eben doch die Ausflüge in unbekannte Gefilde, die sich ins Gedächtnis einprägen. Die ersten Male. Noch heute denken wir gern an Opas Geburtstag am Kahler Badesee zurück oder an unseren Kurztrip nach Speyer. Da fällt mir ein: Ich muss mich langsam wirklich um den Sommerurlaub kümmern. Auch hier soll es eine uns bislang noch unbekannte Destination werden: Holland. Waarom dwalen in de verte, wanneer het goede zo dichtbij is?!

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