Aschaffenburg in Grün: Abstecher zur Fasanerie

Aschaffenburg – für mich bedeutete dieser Ort seit 15 Jahren einfach „Halbzeit auf dem Weg von (meiner Wahlheimatstadt) Mainz nach Würzburg (wo ich aufgewachsen bin)“. So oft fuhr ich schon an Aschaffenburg vorbei oder wechselte dort den Zug… aber ich habe diese Stadt noch nie näher erkundet. Dafür gab es bislang keine richtige Gelegenheit. Nun, ihr ahnt es: Endlich fand ich einen guten Grund, mich in dieser Gegend ein wenig umzusehen. Und dieser Grund lautete recht banal: Ich brauchte eine Pause!

Genau vor einer Woche war ich in Nürnberg. Dort fuhr ich am Sonntag gegen 11h auf die A3, um zu meinen Lieben nach Mainz zurückzukehren. Etwa drei Stunden Fahrzeit lagen vor mir. Da ich kein leidenschaftlicher Autofahrer bin, hatte ich die Strecke auf Google Maps vor dem Start direkt nach einem möglicherweise hübschen Ort für die Mittagspause abgesucht. Die Entscheidung fiel rasch: Abfahrt bei Aschaffenburg Ost wegen nennenswerter Grünfläche in unmittelbarer Nähe – die Fasanerie.

Wenn man als Mainzer Mama das Wort „Fasanerie“ hört, denkt man direkt an die Fasanerie in Wiesbaden, einen ganz gelungenen Tierpark. Die Aschaffenburger Fasanerie hat demgegenüber keine Tiere im Angebot Es handelt sich einfach um eine weitläufige Grünfläche, ein Wäldchen.

Ich parkte mein Auto am nordwestlichen Rand und lief von dort aus einmal quer durch die Fasanerie. Lauffaule Menschen und/oder Kinder können auch in der Mitte der Anlage parken – direkt am dortigen Restaurant mit Biergarten und dem weitläufigen Spielplatz daneben.

Der Spielplatz ist wirklich sehr gelungen. Für große und kleine Kids ist etwas dabei, außerdem ein Abschnitt mit Fitnessparcours, von dem wir unsere Große vermutlich irgendwann wegzerren müssten, weil sie solche Sportgeräte wahnsinnig toll findet. Auf der riesigen Wiese kann man picknicken oder Ball spielen. Der Wald neben Spielplatz und Wiese lädt die Kinder zu fantasievollem Spiel im Unterholz ein. Erfahrungsgemäß sind den Kids Stöcke und Steine ja oftmals lieber als all die vorgefertigten Spielsachen, die sie sonst in Hülle und Fülle haben.

 

Da ich nur auf der Durchreise war, gönnte ich mir lediglich einen kurzen Toilettenstopp im Lokal, zog dann aber direkt weiter. Über das Essen vor Ort kann ich euch also leider nichts sagen. Ich war im Erkundungsmodus und sollte bis spätestens 15 Uhr daheim angekommen sein. Also keine Zeit für einen Restauranttestbesuch. Ich hoffte stattdessen, irgendwo einen Imbiss zu finden. Konkret träumte ich von einem Dönerladen… (aber so viel Glück hatte ich dann leider nicht.)

Aus der Fasanerie ging es zum nächsten Parkabschnitt, die Großmutterwiese. Auch dort wieder ein Spielplatz mit Klettergelegenheiten, Rutschen, Reifenschaukeln, Fußballwiese,… und einem kleinen Teich mit Enten.

Am Ende des Parks dieses edle Denkmal, das an König Ludwig I. erinnert.

Und von dort aus endlich in Sicht: eine Tankstelle. Juhe. Viele kulinarische Optionen gab es nicht. Ich nahm mit einem Pizzafleischkäsbrötchen und einer Limo vorlieb. Zwischenzeitlich hatte ich wirklich Hunger und fühlte mich bereits etwas zittrig.

Auf dem Rückweg ging es mir dann deutlich besser. Da hatte ich sogar die Muse, die Plakate auf der Litfasssäule am Spielplatz zu betrachten. Lustig, was in Aschaffenburg so alles los ist! Da kommen sogar die Chippendales, um ihre Hüften zu schwingen, wie amüsant! (Beeindruckend ist der Preis für einen Sitzplatz in den ersten Reihen: 100 Euro! Und auch für die letzten Reihen zahlen interessierte Damen immerhin noch 53 Euro pro Karte.) Aber das nur am Rande. Aschaffenburg hat auch anderes Unterhaltungsprogramm zu bieten. Vermute ich 😉

Entspannt und satt lief ich durch die Aprilsonne zurück zum Parkplatz. Wieder etwas Neues von der Welt gesehen! Das freut mich immer sehr. Ich liebe Erkundungen! Ich war mir allerdings etwas unschlüssig gewesen, ob ich euch tatsächlich etwas über eine Grünfläche in Aschaffenburg erzählen sollte, weil es ja an sich nicht soooo spektakulär ist und auch nicht direkt um die Ecke von Mainz. Aber eine Quasi-Einheimische, die einst aus der Nähe von Aschaffenburg zum Studium nach Mainz gezogen war, wo wir uns damals kennengelernt hatten, riet dazu, diesen Ausflug mit euch zu teilen. „Toller Spielplatz, bequeme Spazierwege und dann letzten Sommer der Erstkontakt meiner Kleinen mit Pommes weil Gruppenzwang“, notierte sie ihre Assoziationen zur Fasanerie auf meiner Facebook-Pinnwand.

Mir hat der kleine Abstecher ins Grüne gut getan. Das war ein gelungenes Beispiel für meine Lieblingsart zu Reisen: Der Weg ist das Ziel! Einfach mal die direkte Route verlassen und schauen, was die Seitenstraße zu bieten hat. Leider fehlt oftmals schlicht die Zeit und Muse, um neue Wege auszuprobieren und dabei Umwege und Sackgassen in Kauf zu nehmen. Oder man hat unberechenbare (kindliche…) Begleitung dabei, die jammert, sie könne „nicht mehr laufen“. In solchen Fällen bin ich froh, wenn alle auf direktem Wege gut und zufrieden ans Ziel kommen. Vielleicht sollte ich aber auch einfach mal den Entdeckergeist meiner Familie mehr fördern und mich gleichzeitig entspannen. Irgendwann kommt man ja immer irgendwie irgendwo an.

Es bleibt festzuhalten: Endlich war ich mal in Aschaffenburg! Wenigstens ein kleines bisschen…

2 Gedanken zu “Aschaffenburg in Grün: Abstecher zur Fasanerie

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