Meer Wolken – dat is Den Haag

Sommerferienzeit, Reisezeit,…

Nach unserem Abenteuerurlaub im fernen Südkorea hatte ich Lust auf „gemütlichen Urlaub“ ohne lange Anreise, ohne Verständigungsprobleme, ohne Währungsumrechnung,… Ganz, ganz einfach und entspannt sollte es sein. So richtig urlaubig. Und weil so viele Leute, die wir kennen, ständig von den Niederlanden schwärmen, wollten wir unser Nachbarland auch einmal besuchen.

Mann und Kinder wünschten sich das Meer in der Nähe, ich wünschte mir ein wenig Stadt in der Nähe, und so wählte ich Scheveningen als Urlaubsdestination für uns aus. Am Meer gelegen, aber als Stadtteil von Den Haag eben auch in der Zivilisation.

Einige Tage vor der Abreise dann der erwartungsvoll-ängstliche Blick auf die Wetter-App. Die Regenwahrscheinlichkeit ist bei einem Urlaub in den Niederlanden ja definitiv höher als im fast konstant sonnigen Süden… Die Vorstellung von einem klassischen Badeurlaub mit Sonne, Strand und Meer konnten wir uns dann beim Blick in die Wettervorhersage direkt aus dem Kopf schlagen. Wir haben nun zwei Tage hier verbracht und aktuell sitze ich in unserem kleinen Campingplatz-Bungalow während es draußen regnet. Mein Liebster und die Große waren eben beim Lasergame, das im Ferienpark an manchen Tagen angeboten wird, der Kleine guckt WLANseiDank „Paw Patrol“ auf dem Pad und ich schreibe ein paar Zeilen bevor ich vielleicht ein paar Spagetti Carbonara koche, damit wir nicht wieder an einem Tag 100 Euro für Cafebesuche ausgeben (so wie gestern)…

Die Anreise

Auf der Anreise machten wir nicht nur einen Entspannungseinkauf bei Decathlon (Schnorchelausrüstung für die Große, eine lange Hose und ein Hulahoopreifen für den Kleinen, eine Jacke für den Mann), sondern auch einen kurzen Stopp im Hafen von Rotterdam. Aber nur einen ganz kurzen, denn die Fahrt zog sich ohnehin länger als gedacht. Es war viel los auf den Straßen. Das kleine Land schien plötzlich überraschend groß. „Die Holländer sind offenbar nicht so entspannt, wie man immer sagt. Sie fahren ganz schön aggressiv“, resümierte mein Mann seine Eindrücke vom Verkehr. Und als ich darauf achtete, konnte ich ihm nur zustimmen und war sehr, sehr froh, dass ich nicht am Lenkrad sitzen musste. Die Kinder hörten Hörspiel und waren insgesamt sehr geduldig. Sie sind wirklich eine gute Reisegesellschaft und erfreulich selten quengelig. Letztlich war ich diejenige, die darauf bestand, dass um 19 Uhr wirklich mal Zeit für ein Abendessen ist. (Da nimmt man einmal keinen Reiseproviant mit…) Wir verließen die Autobahn und suchten in Delft – also eigentlich schon kurz vor dem Ziel – nach einem Abendessen. Einfach ins nächstbeste Restaurant. Pizza gab es dort. Also direkt mal ein italienischer Abend zum Einstieg. Klingt nach Urlaub. Und allen ging es besser.

Ankunft im Ferienpark

Dann aber der Dämpfer, als wir um 20 Uhr endlich am Vakantiepark Kijkduin ankamen: Unser Ferienhäuschen war… nun ja… sagen wir: sehr bescheiden.

Muffig. Alt. Lieblos. Kalt.

Mein Mann bekam beim Anblick der Schaumstoffmatratzen rückenbedingt die Krise. Ich plante in Gedanken bereits die Abreise nach Hause für den nächsten Tag… Aber als ich am nächsten Morgen bessere Matratzen organisiert hatte, gaben wir dem Urlaub doch noch eine Chance.

Die Mitarbeiter des Ferienparks erwiesen sich überall als freundlich, deutsche Kinder zum Spielen waren verfügbar, die Gastronomie in der Parkmitte konnte sich sehen lassen und lag direkt neben einem schönen Spielplatz, außerdem gab es definitiv auch ganz hübsche Häuschen… nur zählte unsere Hütte eben nicht dazu. Unsere Unterkunft war in Anbetracht des Preises letztlich einfach eine Unverschämtheit. (Nein, ich war nicht geizig beim Buchen… rund 190 Euro pro Nacht finde ich NICHT wenig.)

Nun ja… wir sind aus Korea ähnliche Behausungen gewohnt gewesen (dort aber für deutlich weniger Geld) und mein letzter Kurzurlaub im buddhistischen Kloster war gewiss auch nicht luxuriös. Letztlich beschlossen wir, das Beste draus zu machen. Also begannen wir, die Umgebung zu erkunden…

Scheveningen

Her mit dem Meer! Es war nicht weit entfernt und zumindest theoretisch auch gut zu Fuß zu erreichen. Aber meine Familie ist eher lauffaul. Füße dienen in ihrer Philosophie vorwiegend als Sportgeräte, aber nicht zwingend als Fortbewegungsmittel 😉

Nach drei Autominuten und fünf Gehminuten waren wir bereits am Ziel. Vor uns erstreckte sich gefühlt unendlich weiter Sandstrand. Sehr, sehr schöner Sandstrand. Der Eingang gerahmt von zwei hübschen Strandcafés. Idyllisch!

Egal wie kalt – die Kinder wollten unbedingt ins Wasser! Es muss wirklich viel passieren, dass sie den Spaß verlieren. Ein wolkenverhangener Himmel und kühler Wind reichen längst nicht aus, um ihnen die Stimmung zu vermiesen. Und dann ist da ja außerdem noch ihr einfallsreicher Papa, der über vielfältige Ideen und Talente der Kinderbespaßung verfügt. Bei unserem ersten Strandbesuch machte er aus der Not eine Tugend: Windkraft kann eine prima Sache sein – man muss nur einen Drachen steigen lassen! Tadaa!

Aber unser Kleiner ist ohnehin ein kreativer Kopf. Er dachte sich seine eigene Beschäftigung aus und dekorierte den Strand mit Fußspuren. Hüpf, hüpf, hüpf. Schon waren da um die 200 Kinderfußspuren in den Spuren eines Autos, das offenbar zuvor über den Strand gefahren war. So viel Engagement und Zufriedenheit wollte belohnt werden: Wir ließen uns auf eine Getränkelänge im Café nieder. Frischer Pfefferminztee, heiße Schokolade mit Sahne, ein Latte Macchiato und ein Irish Coffee (ihr könnt raten, wer wohl was getrunken hat…). Dabei der schöne Ausblick auf das Meer und etwas zu Lachen: Eine dreiste Möwe stahl der Familie, die in der Nähe picknickte ein Brot. An der Tüte gepackt und weg damit! Ganz schön frech! Aber die Jungs ließen sich das nicht bieten und verfolgten sie zunächst mit viel Gebrüll, später entschieden sie sich für taktisch geschickte Anschleichmanöver, während die Möwe noch versuchte, ihr Brot auszupacken. Und die Jungs gewannen tatsächlich! Was eine Show!

Abends fuhren wir zum Scheveninger Pier, das wohl sehr bekannt ist. Dort steht ein Riesenrad, ein Karussell, es gibt unendlich Restaurants und Cafes,… und der Strand ist auch dort sehr schön und weitläufig.

Abends zum Ausklang dann wieder der Ferienparkspielplatz und ein Abschlusseis für den Junior – von einigen abendlichen Sonnenstrahlen gekrönt…

…und einen Videoabend mit Papa für die Große.

Ich verzog mich schnell ins Bett und wärmte mich mal ordentlich unter der Decke auf. Wohl schon vorausschauend auf den kommenden Tag…

Regenpause

Tag 2 startete spät, weil wir erst um 10 Uhr langsam aus den Betten krochen, duschten, rumgammelten, ein wenig frühstückssnackten. Mittags liehen wir uns noch eines dieser lustigen Vier-Personen-Fahrräder aus, fuhren damit durch den Ferienpark zum Strand, tranken dort Kaffee,… und dann begann es zu regnen. Reichlich. Gesellschaftsspiele, Legofahrzeuge bauen, malen, Filmchen gucken, lesen,… So überbrücken wir den Tag.

Hoffentlich kommen wir morgen wieder aus dem Haus und können unbehelligt von Regen und Kälte die Gegend erkunden. Ich wollte eigentlich unbedingt nach Delft. Und Den Haag haben wir auch bislang kaum gesehen.

Die Zeit rast im Schneckentempo vorbei.

Am Freitag ist bereits wieder Abreise aus Scheveningen. Entweder erfolgt dann die Weiterreise zu unserem zweiten Urlaubszuhause – oder die Heimreise ins wärmere Mainz. Wenn es dort den ganzen Tag regnet, kann ich zumindest die Heizung andrehen.

Soms heb je geluk, soms heb je pech. Das Allgäu war letzten Sommer herzerwärmend, Holland zeigt uns nun eher die kalte Schulter. „Hab ja schon genug Fans“, denkt es sich. Na gut…

(Teil 2 des Holland-Reports gibt’s hier…)

Ein Gedanke zu “Meer Wolken – dat is Den Haag

  1. Münzer schreibt:

    hmm Holland ist nicht so toll. Da musste ich mal mit der Arbeit hin – Ausflug auf einem Segelschiff – war total öde. Schön ist Florida – besonders die Gegend um Orlando ist cool – viele Freizeitparks und man hat auch nicht weit zum Strand – ideal hier ist aber die Golfküste. Da war ich schon mehrmals – und es war immer ganz nett.

    Gefällt 1 Person

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