Erlebnisideen · Mainz!!

Mein Mainzer Hauptfriedhof

Okay, okay, ich gebe zu, es handelt sich nicht um den üblichen Tipp für einen Familienausflug. Aber irgendwie vielleicht doch, denn auch hier gibt es ganz sicher viel zu bestaunen und zu entdecken. Natur, Kunst, Kultur… und ganz viel Atmosphäre!

Der Mainzer Hauptfriedhof gehört seit all den Jahren, die ich nun in Mainz wohne, definitiv zu meinen Lieblingsorten. Und so kann es eigentlich nicht sein, dass ich euch bereits vom Wiesbadener Nordfriedhof erzählt habe (nämlich hier), aber nicht vom Mainzer Hauptfriedhof, den ich wirklich sehr, sehr oft durchquere.

Manchmal nehme ich mir morgens Zeit und am Bahnhof die Straßenbahn der Linie 52, wenn diese zufällig gerade des Weges kommt. Dann fahre ich zur Haltestelle an der Katholischen Hochschule/dem Arbeitsamt und gehe über den Friedhof zum Unicampus. In diesem Jahr zog es mich recht häufig an diesen Ort der Ruhe. Aktuell liegt es vielleicht an der Novemberstimmung, aber möglicherweise muss man aber auch gar nicht traurig, nachdenklich, sentimental oder sonstwie ungemütlich gestimmt sein, um gerne über einen Friedhof zu spazieren. Mir gibt dieser Ort immer sehr viel Frieden und ich genieße ihn zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.

Der Mainzer Hauptfriedhof ist übrigens nicht nur innerhalb seiner Mauern schön, sondern auch von außen. Wer mit der Mainzelbahn zum Campus fährt, kann die tolle Friedhofsmauer bewundern, die vor einiger Zeit mit Graffiti verschönert wurde. Und dabei handelt es sich wahrlich um eine Verschönerung! Als ich die Veränderung beim ersten Mal bemerkte, musste ich direkt Fotos machen, weil ich so begeistert war. Ein großartige Idee!

Ein für mich ganz besonderer Ort auf dem Hauptfriedhof ist der Sternengarten. Da der nicht direkt auf meinem Weg liegt, komme ich selten dort vorbei. Aber manchmal gehe ich doch die extra Schleife…

Ja, ein Ort, an dem die viel zu früh verstorbenen Kinder ihre Ruhestätte finden – das ist vermutlich der traurigste Ort in ganz Mainz. Aber auch diesen Ort braucht es, gerade weil er von all diesen Schicksalen erzählt. Ich suche ihn gelegentlich auf, um mir bewusst zu machen, was ein Glück ich mit meinen zwei gesunden, fröhlichen Kindern habe.

In diesem Jahr galt meine Aufmerksamkeit aber am allermeisten den vielen wunderschönen Statuen. Ich mag auch einmal eine Statue als Grabstein haben. Dafür sollte ich wohl schon heute sparen… oder noch besser: mir meine nachdenkliche Schönheit bereits zu Lebzeiten fertigen lassen und sie in den Garten stellen – damit ich selbst noch etwas davon habe. Ich weiß, alle Menschen außer mir finden den Gedanken irgendwie makaber, aber seht sie euch an! Gerade der Engel, der die Hand über uns hält, hat auf mich eine ungemein positive Wirkung. Ein wahrer Schutzengel!

Ganz wundervoll zu diesem Ort passt übrigens Andreas Bouranis Lied „Sein“, das regelmäßig aus meinen Köpfhörern in meinen mitunter so aufgewühlten Geist sprudelt, um ihn für ein paar Minuten zur Ruhe zu bringen. Das nachfolgende Video ist ein wirklich schönes Cover dieses Songs, das ich an dieser Stelle gerne mit euch teilen wollte.

In diesem Sinne: Ich wünsche euch… ein Dasein in Gelassenheit.