Mehr als nur 4 Kerzen… Wintersonnenwende!

Als Freundin des Sommers und des Sonnenscheins freue ich mich jedes Jahr auf die Wintersonnenwende: Nun werden die Tage wieder länger, die Nächte kürzer! Dieses Jahr fiel die Wintersonnenwende auf das 4. Adventswochenende – eine gute Gelegenheit, diesen Festtag endlich einmal wieder angemessen zu feiern. Und ganz nebenbei sollte sich bei dieser Gelegenheit ein lang gehegter Wunsch unseres Juniors erfüllen, den auch die Große freudig unterstützte: „Ich mag Stockbrot machen!“

Bereits um 16 Uhr wurde es im Haus recht dunkel. Ich nutze das letzte Licht des Tages, um meine Fingernägel neu zu lackieren. Jaja, an hohen Feiertagen muss man ordentlich aussehen. Um 16.30 Uhr kam dann die Freundin der Großen, die ich sehr spontan eingeladen hatte. Die wunderte sich, dass überall nur Kerzen brannten. Ich informierte sie: „Vorerst gibt es nun kein elektrisches Licht! Wir werden uns der Dunkelheit bewusst und freuen uns dann später umso mehr über das wiederkehrende Licht!“ Das gute Mädel schüttelte innerlich den Kopf über mich und zeigte sich etwas verständnislos für meine Instruktion: „Da haben wir es gut und können den Fortschritt genießen – und dann sollen wir hier im Dunkeln sitzen…“ (Sie kommt aus einem eher rationalen Elternhaus. So warnte sie mich auch: „Wenn wir uns in den Kreis setzen und an den Händen halten, dann geh ich aber heim…“ Jaja… schon gut!) Eine Etage höher wollte sie dann aber doch nicht gehen. Dort hätten die Mädels machen können, was sie wollten. Sie blieben aber bei uns im Kerzenlicht, wo wir wirklich nicht allzu viel tun konnten, weil wir bereits um 17 Uhr einfach kaum mehr etwas sahen. Das führte dazu, dass wir ein paar Improtheaterszenen miteinander spielten. Wo keine Medien ablenken und man auch nichts arbeiten kann, widmet man sich eben doch den Menschen, die mit einem im selben Raum sind – und kommt auf gute Ideen.

Um 18 Uhr füllte sich das Haus noch mehr, denn zu jedem guten Fest gehören liebe Menschen. Wir waren an diesem Abend fünf Erwachsene sowie drei große und drei kleine Kids. Damit war die Bude auch voll genug. Mir wären natürlich noch ganz viele andere tolle Leute eingefallen, die ich gerne ums Feuer geschart hätte… doch schließlich hatte die Erkenntnis gesiegt, dass ich mich wieder zu sehr stressen würde, wenn ich größeren Aufwand betreiben müsste. Und ich wollte den Abend ja primär genießen statt daraus ein gesellschaftliches Event zu basteln.

Ich hatte auch darüber nachgedacht, ob es nicht hübsch wäre, tatsächlich ein kleines Ritual einzubauen, um dem Abend eine angemessen spirituelle Note zu geben. Oder zumindest einen schönen Text zum Thema Licht zu lesen. Inhalte eben, nicht nur Gaudi… Aber als alle anwesend waren, bemerkte ich rasch, dass es vermutlich unpassend wäre, ein bestimmtes Programm abzuspulen. Gerade die Kleinen waren aufgeregt und hibbelig. Ich hatte keine Lust, einen Sack Flöhe zu bändigen und mich dabei zum Affen zu machen. Also ließ ich den Dingen ihren Lauf, ohne zu sehr steuern zu wollen.

Mein Liebster entzündete das Feuer auf der Terrasse, die ersten Stockbrote wurden vorbereitet, Glühwein und Kinderpunsch dampften auf dem Herd,… Und ich ließ im Haus auch wieder elektrisches Licht zu. Die Kerzen löschte ich schweren Herzens, als wir uns draußen ums Feuer versammelten – aus Sicherheitsgründen. Zudem soll man ja nicht dogmatisch werden…

Wir saßen lange ums Feuer herum und hielten den Stockbrotteig in die Flammen bis er entweder genießbar oder verkohlt war. Lediglich mein Junior und eine seiner beiden Freundinnen verloren früh die Geduld. Die beiden zogen sich schon bald ins Kinderzimmer zurück und machten ihre eigene Party. Die dritte kleine Maus bewies dafür umso mehr Durchhaltevermögen. Mit Engelsgeduld bereitete sie sich um die zehn Stockbrote zu. Kürbissuppe gab es übrigens auch („Sonnenuntergangssuppe“). Und weil es eine Gemüsesuppe ist, symbolisiert die Kürbissuppe für mich auch Gesundheit, ist also quasi ein kulinarischer Segenswunsch: Iss von dieser Suppe und bleib gesund!

Ein bisschen „Hokuspokus“ gab es am Ende schließlich doch noch: Ich verteilte kleine Zettel und lud dazu ein, dass jeder nun entweder einen Wunsch für das neue Jahr darauf schreiben dürfe – oder etwas, das er gerne loslassen möchte. Alle warfen ihre Zettel in die letzten Flammen unseres Feuers, wo sie hell aufleuchteten und dann zu Asche wurden. Nächstes Jahr kann ich dann fragen, wessen Wünsche in Erfüllung gegangen sind…