Hiwweltour Zornheimer Berg mit Frischlufthigh

Endlich bin ich die Hiwweltour Zornheimer Berg gelaufen! Schon ewig hatte ich sie im Blick, weil sie quasi um die Ecke von uns ist und dementsprechend schon viele lauffreudige Ebersheimer von dieser Rundwanderung geschwärmt haben. Welch ein Glück, dass ein lieber Freund mit Hund und Tochter die Strecke als ausgedehnte Gassi-Tour für seinen Samstag plante und uns dazu einlud mitzukommen!

Gut gefrühstückt und mit Proviant im Rucksack ließen die Große und ich unsere Jungs daheim zurück und zogen los – von Ebersheim zu Fuß nach Zornheim, dort einmal quer durch den Ort Richtung Sportplatz bis zum offiziellen Startpunkt der Tour, dem Ruhkreuz.

Wo die rheinhessischen Fahnen wehen, geht es los! Im Sommer, so erfuhr ich, schenken die Winzer hier auch Wein aus, um den Leuten das Wandern zu versüßen. Wir hatten allerdings unseren eigenen Wein dabei. Für später. Erst einmal wollten wir ein wenig laufen, nicht direkt torkeln…

Wobei… die Mädels wollten eigentlich lieber Pause machen. Und Picknicken. Zwar waren wir gerade einmal 500 Meter der Hiwweltour gelaufen, aber wir hatten immerhin schon die Anreise aus dem Nachbarort hinter uns, die an diesem Tag sogar mir überraschend lang vorkam. Als wir dann an einem kleinen Unterstandhäuschen vorbei kamen, bewilligten wir den Antrag der Mädels. Brezeln, Brötchen, Würstchen und eine Packung Gummibärchen mussten ihr Leben lassen.

Wenn ich nun schreiben würde „Frisch gestärkt war die Stimmung wieder gut“, würde ich lügen. Denn die Stimmung der Mädels war durchgängig geradezu unfassbar gut. Sie konnte kaum noch besser werden. Sie waren jeden Meter des Weges bestens gelaunt, um nicht zu sagen: ganz schön aufgedreht. Frische Luft scheint auf angehende Teenies zu wirken wie Drogen. Auch das sehr wechselhafte Wetter konnte ihnen nichts anhaben. Regen?! Saulustig! Sonne? Schön! Wolken? Auch toll!

Ähnlich verhielt es sich mit den Aufs und Abs, die so eine Hiwweltour (rheinhessisch für „Hügeltour“) mit sich bringt: Berg runter – hurra! Berg hoch – auf geht’s!

Und die Erwachsenen? Wir freuten uns darüber, dass niemand jammerte und der Regenschauer nur kurz war, genossen die abwechslungsreiche Landschaft und schließlich auch einen Becher Secco – während wir auf die Mädels warteten, die mitunter nur langsam vom Fleck kamen, weil sie mit Albernsein beschäftigt waren. Es drängte sich die Vermutung auf, dass irgendwo ein heimlicher Winzerstand gewesen sein muss, der den jungen Damen ein lustigmachendes Getränk ausgeschenkt hat.

Auf unserem Rückweg nach Ebersheim erstrahlten die Weinberge in der Abendsonne. So idyllisch!

Unser Abschlusspicknick veranstalteten wir an unserem heimischen Wingertshäuschen („Esst Weintrauben und Käse! Und alles andere! Ich nehme nichts mit nach Hause!“ lautete die Ansage unseres Freundes). Währenddessen hing die Sonne bereits ziemlich tief am Himmel.

Zur Hiwweltour Zornheimer Berg gehören übrigens auch einige Infotafeln, damit die Wandersleute etwas über die Gegend erfahren. Grundsätzlich bin ich ein großer Fan von solchen Sachen – aber an jenem Tag war ich zu faul zum Lesen. Dabei könnte man auf dieser Grundlage eigentlich noch eine herrliche Schnitzeljagd entwickeln – für Menschen mit weniger motivierten Kindern, die sich über ein hübsches Motivationsmittel freuen.

Bis zum Abschlusspicknick waren wir etwa 4 Stunden unterwegs gewesen. Die Hiwweltour selbst ist etwa 7 Kilometer lang, also in 2,5 Stunden gut zu laufen. Die Beschilderung war prima. Wir hatten wenig Chancen, uns aus Versehen zu verlaufen.

Falls ihr euch unschlüssig seid, ob ihr (oder euer Nachwuchs) die gesamte Strecke wirklich laufen wollt, kann ich euch übrigens beruhigen: Es gibt eine Querwege, über welche man abkürzen kann. Eigentlich kann also nicht viel schief gehen. Unsere Große hatte während der Tour nur an einem Punkt etwas zu bemängeln: „Wieso gibt es hier keine einzige Toilette?!!“ Sie schaffte es aber erfreulicherweise ohne Unglück bis nach Hause – obwohl sie sich mehrfach vor Lachen in die Hose hätte machen müssen.

Mehr Infos zur Hiwweltour Zornheimer Berg findet ihr auf der Website der Region Rheinhessen sowie auf dem dazugehörigen Blog. Hier gibt es eine sehr hübsche Beschreibung der Tour mit adretten Bildern, die sicherlich in Wanderlaune bringen.