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Vom Mainzer Volkspark zur Mainspitze

Der Mainzer Volkspark ist für so manchen Ausflug ein guter Startpunkt (wenn man es schafft, die Kinder am Spielplatz vorbei zu locken). Gestern parkten wir das Auto dort, um den Rhein zu überqueren und dem Main kurz Hallo zu sagen. Ein Gang über die aus Kindersicht unendlich wirkende Mainzer Südbrücke zu den hessischen Nachbarn.

Und so kam es dazu: Es war ein nebeliger Sonntag. Die Sonne hatte so gar keine Chance bei diesem Novemberwetter. Junior hätte den ganzen Tag im Wohnzimmer Höhlen bauen und YouTube-Videos gucken gewollt, wenn es nach seiner Nase gegangen wäre. Aber ich fand das Ambiente da draußen irgendwie ziemlich charmant – und wollte raus aus dem Haus! Da Mann und Tochter in fußballerischer Mission unterwegs waren, wollte ich über Mittag einen Ausflug mit unserem Junior machen. Anfrage an Freunde aus der Nachbarschaft per Handy: „Machen wir was zusammen?“

Meine Freude war groß, als sie Bereitschaft signalisierten, uns Gesellschaft zu leisten – bei was auch immer. Mir war es egal: ob nur im Ort oder sonstwo, Stadt, Land, Fluss,… Hauptsache raus und am liebsten eben gemeinsam. Den Vorschlag, mal vom Volkspark über die Mainzer Südbrücke, die „Eisenbrücke“, zur Mainspitze zu laufen, fand ich sofort ganz hervorragend.

„Wir gehen Schiffe gucken!“, verkündete ich meinem Süßen und eine Stunde später saßen wir zu fünft im Auto. Junior war recht motiviert und freute sich, als wir am Volkspark ankamen. Er assoziiert diesen Ort mit Kino 😉 Es ist nämlich der aus meiner Sicht schönste Weg zum Mainzer Cinestar und die ideale Möglichkeit, das Kino-Rumgehocke mit etwas Bewegung zu kombinieren. An diesem Tag stand aber kein Kino auf dem Plan – heute Laufen pur.

Und Schiffe gucken. Wenn es auch nicht allzu viele waren. Vorbeifahrende Züge bestaunen, von denen es einige gab. Aussicht genießen, auch wenn der Dom fast im Nebel verschwand – oder gerade deswegen. Besonders lustig fand ich den Blick von der Brücke aus zurück Richtung Volkspark auf das dortige Hochhaus, dessen obere Etagen heute im Nebel verschwanden. Mainz hat doch einen Wolkenkratzer!

Die Kinder fanden die Schlösser am Brückengeländer spannend, welche verliebte Paare als Zeichen ihrer Verbundenheit dort festgemacht hatten. Eigentlich ein idealer Ort für Schwangere, die noch auf der Suche nach einem Vornamen für ihr Ungeborenes sind. Hier gibt es definitiv viele Anregungen für die Vornamenswahl! Und die Kinder lernten das Zeichen für Unendlichkeit kennen. Mein Kleiner nennt es „Brezelberg“. Aha. Und passend zum Unendlichkeitszeichen folgte irgendwann die Frage: „Ist die Brücke unendlich? Wann sind wir endlich da?“ Ja… die Brücke ist wirklich, wirklich lang. Nämlich etwas mehr als einen Kilometer.

Irgendwann waren wir aber drüben. Hallo Hessen!

Nun stellte sich die Frage: Links zur Mainspitze gehen oder nach rechts Richtung Gustavsburg? Wie das immer so ist: Meiner wollte nach links zum Fluss, seine Freundin nach rechts zum angesprochenen Spielplatz. Wir entschieden uns für rechts – und wurden leider enttäuscht, weil der Spielplatz, der im Wesentlichen aus einem Turm bestand, aus einem ABGESCHLOSSENEN Turm bestand. Kann man ja nicht wissen. War einfach schade. Und so kehrten wir um. Also doch an die Mainspitze.

Die Kinder hatten mittlerweile noch etwas mehr an Lauftempo verloren, doch die Aussicht auf eine Picknickpause war verlockend genug, um sie anzutreiben. Und vor Ort war es dann auch sehr idyllisch.

…nur ein wenig kalt auf Dauer… Gut, dass wir eine Thermoskanne mit Tee im Gepäck hatten!

Nun waren die Kinder wirklich fleißig gewesen – und leider auch etwas quengelig. Hunger, Pippi, kalt… nein, zumindest gegen den Hunger hatten wir mit kleinen Snacks etwas unternommen. Die Sehnsucht nach einer Toilette war allerdings groß bei meinem Junior, der tapfer durchhielt, bis wir die unendliche Brücke wieder überquert hatten und im Volkspark endlich Abhilfe schaffen konnten. Dann ließ es sich auch entspannt Vögel im Vogelhaus bestaunen. Wir mochten die süßen, kleinen Piepmatze am liebsten.

Für den Abend stand bei uns daheim noch Besuch im Programm. Ich wollte also noch eine Kürbissuppe und unser Haus vorbereiten, bevor die Gäste kamen. Deshalb war um 14.45 Uhr Abreisezeit. Die Kids waren platt. Aber ich war sehr froh über den hübschen Spaziergang, der mir gar nicht so lang erschienen war. Dennoch der Tipp für alle Familienmenschen mit 5jährigen im Schlepptau: Einmal über die Brücke und zur Mainspitze, dort Picknickpause und zurück ist wohl der ideale Plan. Wer dann noch immer munter ist, kann ja den Spielplatz im Volkspark genießen.

Wir haben uns vorgenommen, in diesem Jahr noch einmal in diese Gegend zu kommen. Die andere Rheinseite haben wir irgendwie immer zu wenig im Blick, dabei gibt es auch dort viele hübsche Ecken und Wege. Ginsheim ist ja bislang mein Favorit (Spielplätze, Eisdielen und der romantische Weg am Altrhein), aber heute dachte ich, es wird wirklich Zeit, mal wieder Neues zu entdecken.

Übrigens muss ich bei Liebesschlössern immer an Seoul denken. Auf dem Namsan Tower gibt es nämlich ganz, ganz viele davon. Aber das nur so am Rande und weil ich in den letzten Tage gern an unseren Familienurlaub in Südkorea zurück gedacht habe.