Erlebnisideen · Raus aus Mainz

Erdmännchen & Co. im Tiergarten Worms

Immer wieder hatte ich gehört, dass es in Worms einen hübschen Tierpark geben soll. Nun haben wir es am letzten Februartag endlich selbst zum Tiere gucken und Spielplatz testen dorthin geschafft, hurra!

Eigentlich nur der Weg zum Ziel – aber ein ziemlich guter Weg!

Und das ist die Geschichte zum Ausflug: Mittwochs stellte ich fest, dass ein vollkommen unverplanter Samstag vor Junior und mir lag. Während bei Papa und der Großen dick „FUSSBALL“ im Kalender stand (erst selbst spielen, dann den 05ern im Mainzer Stadion zuschauen), hatte ich noch die Qual der Wahl in Sachen Freizeitprogramm. Ein Blick in meine kurz zuvor begonnene „Trip Bucket List 2020“ brachte mich sehr schnell auf eine Idee: Wir fragen mal bei Carmen in Neustadt nach, ob sich das Wochenende für ein Wiedersehen anbieten könnte! Carmen ist die Pfalz-Mama, hat also ebenso wie ich ein Blog-Baby, auf dem sie uns an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben lässt (schaut doch mal hier auf dem Pfalz-Mama-Blog vorbei). Wir kennen uns aus unserer gemeinsamen Zeit im Innenministerium. Mit ihrer sonnigen, aufgeschlossenen Art und der bewundernswerten Macher-Mentalität mochte ich sie von Anfang an und freue mich sehr, dass der Kontakt nun seit vielen Jahren bestehen bleibt, auch wenn wir uns aus räumlichen Gründen nicht so oft sehen. Mir wäre es natürlich lieber, wenn sie in der Mainzer Neustadt wohnen würde, nicht in Neustadt an der Weinstraße – aber hey, sie ist ein super Lockvogel für diesen Samstagsausflug gewesen, wofür ich natürlich ebenfalls dankbar bin. Extra wäre ich möglicherweise nicht nach Worms in den Tiergarten gefahren, aber so war es ein ganz hervorragender Zwischenstopp, der den zunächst mal recht egoistischen Mutti-Trip („Wir gehen eine Freundin besuchen!“) mit der einstündigen Anreisezeit auch für Junior attraktiv machte. Okay, abgesehen davon hat Carmen auch einen sehr netten Sohn und ich kann vorweg nehmen: Die Jungs haben zwei Stunden ziemlich schön miteinander gespielt.

Der Wormser Tiergarten hatte übrigens noch ein besonderes Lockmittel für uns: Erdmännchen! Junior und ich waren nämlich in akutem Erdmännchenfieber. Kennt ihr das Erdmännchenlied von Eddi & Dän (den zwei WiseGuyes)? Falls nicht, solltet ihr diese Bildungslücke später schließen, ich hab das Video unten in diesen Beitrag eingefügt. Aber zuerst müsst ihr euch – so wie wir – gedulden und mit uns (zumindest in Gedanken) nach Worms reisen…

Streicheln, füttern, chillout – Ankunft im Tiergarten

Von der Autobahn ging es einmal quer durch die Stadt bis wir schließlich zur Mittagszeit auf dem Parkplatz des Tiergartens hielten. Parken war kein Problem. Genug Platz für alle, sehr angenehm! An der Kassenschlange dauerte es dafür ein wenig länger, obwohl eigentlich gar nicht so viele Leute anstanden. Die Kassiererin war offenbar von der gemütlichen Sorte.

Eintritt für Junior und mich: 12,50 Euro. Für Familien gibt es etwas günstigere Tarife: Ein Erwachsener und zwei Kinder zwischen 4 bis 15 Jahren dürfen gemeinsam für 13 Euro, zwei Erwachsene mit bis zu drei eigenen Kindern für 18,50 Euro in den Park. On top kam das obligatorische Päckchen Tierfutter für 1,50 Euro. Ganz zu Beginn der Runde steht nämlich direkt die Fütterung an: Kind und Mähnenspringer – Auge in Auge. Mal was anderes als die gewohnte Hausziege aus dem Gonsenheimer Wildpark.

Mähnenspringer Tiergarten Worms

Putzig waren auch die Schafe. Der Wormser Tiergarten setzt hier übrigens einen Schwerpunkt: Alte, seltene Nutz- und Haustierrassen stehen besonders im Fokus. Das Engagement für diese bedrohten Tierrassen brachte dem Tiergarten 2014 immerhin die Auszeichnung der Gesellschaft zur Erhaltung alter gefährdeter Haustierrassen ein. Gut so! Und vielleicht auch ein Argument für Zoo-Gegner, mit den Kids mal vorbei zu schauen.

Nachdem das Tierfutter verteilt war, gönnten wir auch uns eine kleine Picknickpause auf einer sonnigen Bank an einem Teich mit Blick auf die Enten. In wenigen Metern Entfernung lief Herr Pfau spazieren und präsentierte sein schönes Gefieder… Es waren richtig hübsche Momente mit meinem kleinen Liebling.

Darf’s auch mal exotisch sein?

Flamingos Tiergarten Worms

Direkt in Sichtweite des Bauernhofbereichs standen einige elegante Flaminogs herum. Sie hielten gerade Mittagsschlaf. Junior ließ sie schlafen – Flamingos kennt er ja bereits vom Mainzer Volkspark in natura. Faszinierend waren allerdings ein paar andere seltsame Vögel, die im selben Bereich zusammen mit den Flamingos leben: Schwarze Schwäne! Großartig sahen die aus! Und spätestens jetzt haben auch alle Sozialwissenschaftler den Wormers Tiergarten auf der Trip Bucket List, denke ich, denn ich vermute, dass jeder, der sich irgendwann im Laufe des Studiums mit empirischer Sozialforschung und Karl Popper beschäftigen durfte, nicht drum herum kam, über die mögliche Existenz schwarzer Schwäne nachzudenken. Nein, die Hypothese, dass alle Schwäne weiß sind, trifft nicht zu, ich konnte sie höchstpersönlich in Worms falsifizieren. Und das ist auch gut so, denn die schwarzen Schwäne machen wirklich was her! Sehr edel!

Trauerschwan Schwarzer Schwan Tiergarten Worms

Hinter den Flamingos residieren die Nasenbären, die Alpakas und die (aus meiner Sicht ziemlich gruseligen) Vogelstrauße. Dann kommt schon das Exotenhaus. In diesem Haus, in dem eine recht bunte Tiermischung auf die Besucher wartet, roch es reichlich gewöhnungsbedürftig. Kein Aufenthaltsraum für die Ewigkeit. Aber angenehm temperiert. Und eben vielfältig: Echsen, Schlangen, Fische, Kattas, komisches Geflügel,… und dann gibt’s da auch diesen total niedlichen Rüsselspringer, der in Worms in einer WG mit einer mini Schildkröte lebt.

Rüsselspringer Tiergarten Worms

Abgesehen vom Exotenhaus ist der Wormser Tiergarten ziemlich unüberdacht, also bei Regenwetter nur für Hartgesottene ein gutes Ausflugsziel. Wir hatten riesig Glück in dieser Hinsicht, denn an unserem Samstag war es bis nachmittags trocken – und dann (als wir bereits bei Carmen waren sowie auf der Heimfahrt) reichlich nass von oben.

Spielplatz- und Futterpause

Der Spielplatz befindet sich ziemlich zentral im Tiergarten und erfreut durch seine Größe und Vielfalt. Etwas besonderes ist sicherlich das Karussell, in dem auch ein Rollstuhl untergebracht werden kann. Um den Spielplatz herum sind zahlreiche Bänke für entspannungsfreudige Eltern aufgestellt.

Tiergarten Worms Spielplatz Karussell

Außerdem befindet sich der Kiosk direkt nebenan, so dass für die Verpflegung mit klassischem Imbiss-Fastfood bestens gesorgt ist. Auch wir gönnten uns dort ein paar Pommes. Praktischerweise bekommt man eines dieser vibrierenden Geräte ausgeteilt, wenn man seine Bestellung aufgegeben hat. Es muss also niemand vor Ort auf’s Essen warten, sondern auch die Minuten der Zubereitung können gemütlich spielend rund um den Imbiss verbracht werden. Vielleicht sogar noch bei einer Karussellfahrt, denn der Tiergarten hat auch ein altmodisches Jahrmarktskarussell zu bieten. Die Fahrt kostet 1,50 Euro, wenn ich mich richtig erinnere, war also etwa günstiger als auf einem richtigen Volksfest. Auf eine kleine Rundfahrt mit der Bimmelbahn musste Junior dann aber verzichten, irgendwo wollte ich meinen Geldbeutel dann doch mal schonen, denn Junior scheint noch davon überzeugt zu sein, dass Geld unendlich verfügbar ist. Außerdem sind wir beim Bimmelbahnfahren doch vom Mainzer Volkspark verwöhnt, wo die Runde deutlich größer ist.

Tiergarten Worms Spielplatz Schaukel

Die Wormser Erdmännchencrew!

Obwohl sie unser großes Ziel vor Ort waren, hatten wir keine systematische Suche nach ihnen betrieben und irgendwann befürchtete ich, dass wir sie schlicht übersehen haben: Die Wormser Erdmännchen. Dabei war ihr Gehege wirklich gut direkt am Hauptweg, neben dem Spielplatz und in Sichtweite zum Imbiss gelegen. So wie wir nach ihnen Ausschau gehalten hatten, hielten auch sie stets Ausschau: Mindestens ein Erdmännchen stand immer unter der wärmenden Lampe auf dem höchsten Punkt des Geheges und passte auf, dass keiner der neugierigen Menschen etwas anstellte. Ganz klassische Erdmännchenpose also. Wer nicht gerade den Wachposten inne hatte, wuselte munter umher, in die Erdgänge hinein und hinaus, zwischen den Ästen und Steinen herum,… die Tiere wirkten jedenfalls nicht gelangweilt und wir konnten ihnen ziemlich lange zusehen.

Tiergarten Worms Erdmännchen
Tiergarten Worms Erdmännchen Zoo

Und weil wir die Erdmännchen tatsächlich ein paar Minuten für uns hatten, machten Junior und ich es uns beim Gehege gemütlich und ließen unseren Soundtrack einmal durchlaufen, den ich vorher auf mein Handy geladen hatte. Musikalische Bildung – nun auch für euch:

Unsere Mission war also erfolgreich. Zumindest Mission „Erdmännchen“. Nun wollten wir ja noch zu Carmen! Zur richtigen Carmen, nicht zum Alpaka, das ebenfalls diesen schönen Namen trägt…

Tiergarten Worms Carmen

Nach zwei Stunden Tiergarten zogen wir also weiter nach Neustadt an der Weinstraße – bis dahin waren es noch 40 Minuten Fahrt. Unser Besuch in Worms war also eher ein Kurzbesuch. Wir hätten auf jeden Fall mindestens noch eine Stunde Tier gucken und eine weitere halbe Stunde auf dem Spielplatz rumhängen können. Gerne wäre Junior außerdem noch auf den anderen Spielplatz gegangen, den er auf dem Weg zum Tiergarten aus dem Autofenster entdeckt hatte und der wirklich sehr schön weitläufig mitten im Grünen lag. Aber das müssen wir uns wohl für einen warmen Wormsausflug im weiteren Verlauf des Jahres aufheben.

Tiergarten Worms Alla tschüss

Alle Infos für euren Ausflug findet ihr auf der Website des Wormser Tiergartens.

Und sonst so?!

Bei Carmen und ihren Kids war es nachmittags noch sehr gemütlich. Wir wurden mit Kaffee, Kuchen und Orangensaft verwöhnt. Zudem gaben Carmen und ihre Kleine sich wirklich Mühe, uns den Abschied vom Wormers Tiergarten zu erleichtern: Kurzerhand machten sie es sich im heimischen Wohnzimmerkäfig gemütlich. Ach, sind die süüüß, diese Neustädter Tierchen! 😉

2020 wird es uns hoffentlich noch einmal in die Pfalz führen. Einerseits wegen der netten Leute hier, andererseits gibt es noch ein weiteres Erlebnishighlight, das wir wirklich gerne angehen möchten: Eine Fahrt mit der Dampflok, dem „Kuckucksbähnel“, von Neustadt nach Elmstein. Wer das auch spannend findet, gelangt hier auf die Website des Neustädter Museumsbahn. Vielleicht treffen wir uns ja zufällig auf der Reise?!