Erlebnisideen · Raus aus Mainz

Oppenheims Höhen und Tiefen: Vom Kellerlabyrinth zur Burg Landskron

Ui, dass muss wirklich eine krasse Überraschunug für die Oppenheimer gewesen sein, als eines schönen Tages ein Polizeiauto halb in der Straße versank. Da tat die Erde sich einfach auf! Glücklicherweise war der Vorfall nicht mit der nahenden Apokalypse zu erklären, sondern damit, dass die Oppenheimer Altstadt in weiten Teilen unterkellert ist. Das wussten die Leute bis 1983 aber gar nicht mehr so richtig. Was eine Überraschung! Und spannend, sich das mal live anzuschauen! Zudem gibt es auch drum herum noch einiges mehr zu entdecken im charmanten Oppenheim…

In den Oppenheimer Untergrund abtauchen…

Die Idee zu diesem Ausflug ist einer lieben Freundin zu verdanken, die mit ihrer Familie nach Oppenheim gezogen war, und mir zum Geburtstag einen Ausflug in die Oppenheimer Unterwelt geschenkt hatte. Die Freundinnen, die an meinem Geburtstag zum Frühstück versammelt waren, fanden dieses Geschenk lustigerweise direkt ebenfalls so toll, dass wir am Ende nicht nur zwei Familien waren, die gemeinsam mit der Oppenheimer Gästeführerin ins Kellerlabyrinth abtauchten, sondern vier Familien. (Das war übrigens unser letzter gemeinsamer Ausflug in größerer Runde vor dem Corona-Shutdown. Wie oft haben wir im Nachhinein gesagt: „Puh, gut, dass wir das bereits Anfang März zusammen gemacht haben!“)

Ausgestattet mit Helmen auf den Köpfen ließen wir uns die Geschichte der Oppenheimer Unterkellerung erklären und zogen durch die Gänge. Ursprünglich entstanden die Keller mit ihren vielverzweigten Gängen aus ganz pragmatischen Gründen und quasi kellertypisch: Hier wurden Waren gelagert, welche die Bewohner und Kaufleute nur ungern einfach rumliegen lassen wollten. Und da die Stadt bereits vor Jahrhunderten dicht bebaut war und kaum über Platz für Lagerhallen verfügte, wich man zu diesem Zweck in den Untergrund aus. Zu Kriegszeiten erwies es sich dann ebenfalls als günstig, von der Erdoberfläche verschwinden zu können.

Die Führung war insgesamt recht informativ, aber leider nicht so wirklich ideal für unseren 5jährigen, der das Nesthäkchen in der Gruppe war. Er verhielt sich zwar vorbildlich, aber irgendwann war ihm doch ein wenig langweilig. Schade eigentlich, wo der Ausflug im Vorfeld wie ein verheißungsvolles, kleines Abenteuer in seinen Kinderohren klang. Hier hätte ich mir gewünscht, dass sich der Guide ein wenig mehr an die Menschen anpasst, die vor ihm stehen, und die kleinen und größeren Kinder mehr anspricht als die Erwachsenen. Auch ich mag ja eine spielerische, didaktisch ansprechende Aufbereitung von Informationen deutlich lieber als eine eher trockene Geschichtsvorlesung. Zur Unterhaltung hab ich Junior spontan ein paar Kleinigkeiten versteckt, die er beim Gang durch die Unterwelt entdecken konnte: Spielzeugautos (irgendwie hab ich immer ein, zwei in der Jackentasche), eine Süßigkeit, einen Zettel mit einer kleinen Nachricht für ihn. Improvisierte Schatzsuche…

Ins Oppenheimer Kellerlabyrinth kommt ihr tatsächlich nur in fachkundiger Begleitung – soll sich ja keiner verlaufen. Wer Lust auf diesen besonderen Ort bekommen hat: Die Termine der anstehenden Führung könnt ihr auf der Website der Oppenheim Tourismus GmbH einsehen und direkt online buchen. Mein Tipp dazu: Plant noch etwas Zeit im Anschluss ein, denn wenn man schon einmal im hübschen Oppenheim ist, lohnt es sich, direkt ein überirdisches Anschlussprogramm anzupeilen, wie auch wir es gemacht haben. Das war nämlich – gerade auch für die Kinder! – ziemlich toll!

…die Oppenheimer Katharinenkirche bestaunen…

Kirchen sind ja für viele Kinder keine Orte, die sie unbedingt aufsuchen möchten. Laaaaangweilig! Aber das ist ja gar nicht so! Kirchen können durchaus interessant sein. So eindrucksvolle Bauwerke! Allein wenn man sich in die damalige Zeit versetzt und sich bewusst macht, welchen Aufwand die Menschen betreiben mussten, um solch ein unfassbar großes, hohes und schön gestaltetes Gebäude aufzubauen! Eigentlich unfassbar!

Im Inneren der Kirche spielte gerade jemand düstere Lieder auf der Orgel, als wir ankamen. Das sorgte für ein spezielles Ambiente. Die Kirche selbst ist aber sehr hell und groß, wirkt angenehm aufgeräumt, aber nicht so spartanisch, wie es für evangelische Kirchen oft üblich ist. Wir hatten keinen kunsthistorischen Anspruch, als wir durch die Kirche flanierten. Stattdessen bemühte ich mich um eine kindliche Perspektive. Und tatsächlich war es nicht schwer, sich für die teilweise ziemlich gruselig aussehenden Statuen zu begeistern, oder sich kleine Geschichten anhand der bunten Fenster auszudenken.

Highlight aber definitiv: Das Beinhaus, das sicher hinter der Kirche befindet. So viele Schädel und Knochen!

…und die Burgruine Landskron entdecken

Nach der Kircheneinheit zogen wir weiter, bergauf bis zur Burgruine Landskron. Der Weg dorthin ist wirklich nicht weit und man hat einen schönen Blick über Oppenheim. Die Burgruine selbst ist nicht groß, aber sie regt die Fantasie an! Ein prima Ort zum Spielen und Verweilen!

Als wir in der Ruine angekommen waren, erinnerte ich mich auch wieder daran, dass wie vor wenigen Jahren an selber Stelle ein Mittelalterfest besucht hatten, mit Gauklern, Vorführungen alten Handwerks und reichlich gutem Essen. So menschenleer verbreitete die Burgruine nun eine ganz andere Atmosphäre. Eigentlich hätten wir an dieser Stelle irgendeine schöne Geschichte lesen müssen… über Ritter und Drachen oder so. Aber ich war schlecht vorbereitet – und es war eigentlich auch ein wenig zu kühl, um lange irgendwo rumzusitzen.

Der für die Kids an diesem Tag schönste Ort kam aber erst hinter der Burgruine: ein Abhang mit Bäumen zum Rauf-und-runter-kraxeln! Abenteuerspielplatz pur!

Zugegebenermaßen kostete es mich ein wenig Nerven, unseren Junior dort mit den großen Mädels frei herumrennen zu lassen. Ein bisschen gefährlich wirkte es ja doch. War aber wohl nur so ein Mutti-Sorgenmach-Reflex, der da ausgelöst wurde. Die anderen Erwachsenen standen jedenfalls recht entspannt oben und genossen den Ausblick auf die gut beschäftigten Endeckerkinder.

Das war ein schöner Tag in diesem hübschen kleinen Städtchen am Rhein! Danke an unsere Chef-Oppenheimerin für die tolle Idee, für die Einladung, das Frühstück, die Programmgestaltung,…!

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