Familienausflug zu den Baumgeistern von Bingen

Im Binger Wald warten nette Baumgeister auf große und kleine Entdecker. Gerade für all diejenigen ein guter Tipp, die langsam schon die Nase voll von Spaziergängen haben. (Was mir ja nicht passieren kann…)

Noch nie bin ich so oft mit meinem Mann, meiner Großen und dem Junior ZUSAMMEN spazieren gegangen. So richtige kleine Familienausflüge auf’s Land. Das gab’s sonst höchstens im Urlaub. Und auch da sind insbesondere meine Jungs eher die Menschen, die alles mit einem fahrbaren Untersatz ansteuern würden. Laufen ist einfach nicht so ihr Ding. Aber nun… machen sie mini Wanderungen mit mir! Ich genieße es und bemühe mich, schöne Wege für sie zu finden, damit sie vielleicht auch nach Corona weiterlaufen wollen… Nach meinem Finther Frühlingsweg und der Tour um den Altrheinsee bei Eich erwies sich auch der Baumgeisterpfad im Binger Wald als echter Treffer. Auf zur Steckeschlääfer-Klamm im Morgenbachtal!

Wir parkten unser Auto an einem sonnigen Donnerstagnachmittag am Parkplatz, der primär zur Begehung des Erlebnispfads einlädt, einen schönen Rundweg, aber ganz ohne Baumgeister. Den Erlenispfad sind wir beim ersten Versuch, die Baumgeister zu besuchen, tatsächlich fälschlicherweise mal mit Freunden gelaufen. (Aber nur bis zum Jägerhaus, nicht komplett. Die Kinder waren damals irgendwie anstrengend, obwohl der Rundweg wirklich liebevoll angelegt und abwechslungsreich ist. Wir gehen das irgendwann noch einmal an!)

Dieses Mal entschieden wir uns für die richtige Richtung. Allerdings gab es keinen eindeutigen Weg – abgesehen von der Straße. Wir liefen also querfeldein. Ohne Weg, nur nach grober Richtung durchs Unterholz. Zwischendurch hilft ja GPS bei der Orientierung.

Unterwegs gab es große Äste zum Rumschleppen, Baumstämme zum Balancieren und Fantasien von gleich vorbeilaufenden Wildschweinen sowie etwas süße Wegzehrung für alle Wanderer, die nun ihre Füße besonders hoch heben mussten, um durch die Blätter zu waten.

Wir erreichten die Klamm und den ersten Baumgeist schließlich von der „falschen“ Seite, rollten den Pfad also quasi von hinten auf: Beim Bächlein, das sich sanft seinen Weg bahnte und zum Verweilen einlud. Das war wirklich schön! Die Kinder sammelten Steine und bemühten sich, bei ihren Bachüberquerungen nicht ins Wasser zu fallen. Mein Liebster und ich genossen es, einfach ein paar Minuten zusammenzusitzen und die Seele baumeln zu lassen. (Man darf sich nur nicht vorstellen, wie gleich ein nasses Kind vor einem steht, weil es mit der Bachüberquerung doch nicht geklappt hat. Ausblenden, einfach ausblenden! Auch wenn es schwer ist… Das Bächlein ist wirklich, wirklich nicht tief, immerhin.)

Aber dann: Auf, Baumgeister suchen!

Nette Gesellen sind das, die dort in der Klamm wohnen. Große und kleine, mürrische und lustige, schüchterne und welche, die gerne auffallen. Baumgeister sind eben auch nur Menschen.

Der Pfad ist überaus hübsch angelegt und es gibt reichlich zu entdecken. Da hat sich jemand wirklich viel Mühe gegeben! Die Kinder fanden es toll und ich kann diesen Ausflug absolut empfehlen! Nur mit Kinderwagen ist es nix. Da der Weg durch die Klamm zahlreiche kleine Brücken beinhaltet, wäre es mit ganz kleinen Noch-nicht-Läufern ziemlich nervig. Aber wenn man am nahen Parkplatz startet, ist der Weg dafür sicherlich auch für abenteuerlustige Dreijährige zu schaffen.

Zukunftspläne: Ich freue mich darauf, irgendwann reichlich Proviant einzupacken und dann auch den Erlebnispfad mit meinen Lieben zu gehen. Eine Runde von gerade einmal 4,5 Kilometern, die aber allein deshalb etwas länger als sonst üblich dauern wird, weil es an den zahlreichen Stationen genug zu sehen gibt, um ein wenig zu verweilen. Einen Eindruck bekommt man auf der Website des Erlebenispfads Binger Wald.

Und noch ein Tipp für die Großen: An der Lauschhütte, also direkt in der Nachbarschaft, gibt es im Outdoorpark einen Kletterwald, Bogenschießen und Fußballgolf. Den Kletterwald hat unser Mädel mit ihrer Freundin im Sommer bereits getestet und für gut befunden (hier gehts zum Blogbeitrag zum Kletterwald bei Bingen). Aber solche Aktivitäten müssen gerade warten. Corona lässt uns zunächst neue Wege suchen, die Welt zu entdecken und uns die Tage möglichst schön zu gestalten. An solchen Ausflugstagen klappt das erfreulich gut bei uns. An Tagen wie heute hänge ich hingegen durch – zwischen Laptop, Staubsauger, Vorlesebuch, Küche,… Tja, akute Hängemattensehnsucht. Und der Drang, ganz bald wieder zu laufen, zu laufen, zu laufen. Fast egal wo.

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