Gedanken

Wofür kann ich dankbar sein?

Manche Dinge sollte man häufiger machen. Jammerfasten mit Peter Beers Begleitung zählt definitiv dazu, würde ich sagen. Ich habe seine Challenge letztes Jahr kennengelernt (mein damaliges Resümee findet ihr hier). Dieses Jahr bin ich Wiederholungstäter. Das Programm unterscheidet sich bislang nicht merklich. Aber ich unterscheide mich von mir, glaube ich. Die Yasmin aus dem Jahr 2019 war unzufriedener als die Yasmin von heute. Und das trotz der ungewöhnlichen Zeiten, in denen wir uns befinden. Und obwohl das Jammerfasten im vergangenen Jahr bereits Ende September startete, also im goldenen Herbst, während wir jetzt schon im kühlen November sind.

Der heutige Tag 5 der Challenge widmete sich dem Thema Dankbarkeit. Es hilft uns, wenn wir uns klar machen, wofür wir dankbar sind. Gemäß dem schönen Zitat, das Arthur Schopenhauer zugeschrieben wird: „Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“ Ja, muss ich gestehen, auch ich neige manchmal dazu, mich zu sehr über die Dinge zu grämen, die nicht funktionieren, statt mir bewusst zu machen, dass vieles ganz hervorragend ist. Was unkompliziert ist, fällt oft einfach nicht auf. Läuft doch – und scheint damit selbstverständlicher als es eigentlich ist.

Peters heutige Hausaufgabe lautete folgendermaßen: Schreibe 50 Dinge auf, für die du dankbar bist. Okay… Da ich zufällig um 22 Uhr noch wach bin, weil mein Mann unseren Süßen ins Bett brachte und ich hier auf dem Sofa sitzen bleiben durfte (und dafür bin ich dankbar!), will ich diese Hausaufgabe noch erledigen – heute ausnahmsweise ganz offiziell hier im Blog – als Inspiration für euch.

Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und es handelt sich auch nicht um ein Ranking, sondern um eine ziemlich willkürliche Reihenfolge.

Ich bin dankbar dafür, dass…

  1. …mir nichts weh tut und ich gesund bin.
  2. …meine Große so ein freundliches Wesen hat und sich immer um ihre Mitmenschen bemüht (inkl. mich).
  3. …mein Junior so wahnsinnig süß ist und ich ihn ständig knuddeln möchte.
  4. …mein Mann ein unglaublich ausgeglichener Mensch ist (wenn er nicht gerade vom heimischen Chaos genervt ist).
  5. …es so viele wundervolle Menschen in meiner Umgebung gibt.
  6. …es mir zunehmend leichter fällt, mich zu beruhigen, wenn ich mich aufrege.
  7. …meine Mam mir ihre beiden Bücher zur buddhistischen Psychologie überlassen hat, die ein wahrer Schatz sind.
  8. …wir ein warmes Zuhause mit funktionierender Heizung haben.
  9. …unser Haus neben einem Spielplatz steht. Perfekt!
  10. …ich in diesem Jahr deutlich besser darin geworden bin, freundlich zu mir zu sein.
  11. …wir bestaunen dürfen, wie die Kinder (und auch ihre Freunde) größer werden. Aus den kleinen Mädels sind dieses Jahr junge Damen geworden. Und Junior und seine Freunde führen mittlerweile ganz tolle Gespräche miteinander.
  12. …das Thaicurry-Rezept, das ich gestern ausprobiert habe, so lecker war, dass es ins Repertoire aufgenommen wird.
  13. …wir so ein komfortables Leben führen! Ohne echte Sorgen. Nur Jammern auf hohem Niveau.
  14. …es nur wenige Minuten von unserem Zuhause bis in die Weinberge sind.
  15. …meine Eltern wirklich ganz besondere Menschen sind, so einzigartig und liebenswert.
  16. …ich einen neuen Arbeitsvertrag und ein interessantes neues Projekt bekommen habe.
  17. …Arbeiten an der Uni so viele Vorteile hat – gerade in Corona-Zeiten.
  18. …der tolle Novembernebel mir mit jedem Jahr besser gefällt. So wie die Besonderheiten aller Jahreszeiten.
  19. …mir langsam klar wird, dass ich nur mich, meine Denkweise und mein Handeln ändern kann, aber nicht die Menschen um mich herum.
  20. …mich meine Füße tragen, wohin ich möchte – und ich fast jeden Tag meinen kleinen Spaziergang mache.
  21. …einige Freunde mein Leben schon lange begleiten und kein Ende in Sicht ist.
  22. …dass wir den Shutdown im Frühjahr als Familie insgesamt gut überstanden haben. Mit überraschend wenig mieser Laune.
  23. …mir die aktuellen Corona-Beschränkungen recht wenig ausmachen – auch wenn ich gerne mal wieder in ein Café gehen würde.
  24. …wir noch schöne, sonnige Novembertage genießen durften.
  25. …ich recht flexibel zwischen Homeoffice und Büro entscheiden kann.
  26. …es Bücher gibt und die Unibibliothek.
  27. …ich Freunde habe, mit denen ich über jeden noch so seltsamen Gedanken reden kann.
  28. …meine Schulzeit schon hinter mir liegt. (Ich beneide die Kinder nicht um all die schulischen Zwänge…)
  29. …in meinem Arbeitspostfach nicht täglich 60 Mails hineinflattern wie es bei einer guten Freundin der Fall ist.
  30. …mein Mann und ich noch immer hervorragend unter einer Bettdecke schlafen können.
  31. …es Internet gibt. Eine geniale Erfindung und noch immer faszinierend, finde ich.
  32. …ein paar Eisdielen auch im Winter ihr Eis verkaufen. Ein schönes Lockmittel, um den Junior für einen kleinen Spaziergang aus dem Haus zu bewegen.
  33. …mein Zahnarzt bei der Kontrolluntersuchung mit meinen Zähnen zufrieden war – und mit denen der Kids auch. (Ich hab tatsächlich immer Bammel vor diesen Terminen.)
  34. …mein Schwiegerpapa so ein toller Typ ist.
  35. …ein Covid19-Impfstoff in Sicht ist und die Menschen sich hoffentlich bald wieder näher kommen können.
  36. …ich jederzeit genug Geld habe, um mir ein neues Buch und einen Latte Macchiato zu gönnen.
  37. …mein Mann sich um den Garten, die Autos, die Finanzen und alles Technische kümmert. All das, wozu ich mich wenig motivieren kann.
  38. …ich manchmal mehr Glück als Verstand habe.
  39. …es Sprachnachrichten gibt. So persönlich wie telefonieren, aber so flexibel wie ein Hörspiel.
  40. …wir eine Familie haben, die Weihnachten und sämtliche Familienfeste gerne zusammen feiert und ernsthaft darüber betrübt ist, dass es dieses Jahr nicht so klappen wird wie sonst.
  41. …ich mir Zeit genommen habe, um mit jeweils einer großartigen Dame meine diesjährigen Wunschwandertage zu machen (die Baybachklamm und die Ehrbachklamm).
  42. …Junior und seine Freundin, die mittlerweile in der Schule ist, sich weiterhin wöchentlich treffen und die Freundschaft so erhalten bleibt.
  43. …ich „nur“ Teilzeit arbeite.
  44. …dass ich dieses Jahr ein paar Podcasts entdeckt habe, die mich auf meinen Spaziergängen begleiten. Hier muss ich mich mal weiter umsehen.
  45. …die Große jeden Tag so gut aus dem Bett kommt, dass sie vor mir wach ist. Das erspart viele Diskussionen am Morgen.
  46. …mein Mann ziemlich oft morgens Überstunden abbaut und Junior in die Kita bringt. Ich liebe es, einfach zum Bus gehen zu können, wenn ich fertig bin – und dann vom Bahnhof zur Uni zu laufen.
  47. …Junior so nette Erzieherinnen in der Kita hat und wir ihn gut aufgehoben wissen. Ach ja: und dass die Kita überhaupt geöffnet ist.
  48. …ich immer gut schlafen kann.
  49. …ich gelegentlich auf inspirierende Lieder und Filme stoße.
  50. …meine Art zu Denken immer optimistischer wird und ich vielleicht tatsächlich irgendwann den Punkt erreichen werde, an dem ich sage, ich bin voller Gottvertrauen.

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