Erlebnisideen · Gedanken

Nicht wie alle Jahre: Fastnacht und Fastenzeit 2021

Für die Fans der fünften Jahreszeit war 2021 wirklich bitter. Helau und Büttenreden gab es vorwiegend online, die Straßenfastnacht entfiel weitgehend,… da war nichts mit fröhlichen, verkleideten Menschenmengen. Aber hier und da gab es zumindest einen kleinen Trost für die Kinder in diesen eher öden Zeiten, weil ein paar motivierte Erwachsene sich coronakonforme Möglichkeiten ausdachten, die Süßigkeiten unters Kindervolk zu bringen, welche die Kids sonst auf den Umzügen gesammelt hätten.

Fastnacht in Coronazeiten

Bei uns im Ort tönte am Fastnachtssonntag tatsächlich Musik aus dem benachbarten Neubaugebiet, gepaart mit engagierten Helau-Rufen. Oho, was war denn da los? Ich drehte eine Vormittagsrunde durch den Ort und warf einen Blick in die benachbarten Straßen. Sehr charmant: Um 11.11 Uhr hatten sich die Neubaugebietler für eine individuelle Mini-Fastnacht verabredet. Es standen Schüsseln mit Süßigkeiten vor den Häusern, aus denen sich die Kinder eine kleine Leckerei nehmen durften (so wie es schon an Halloween die Lösung war, um kontaktlos Süßes zu verteilen), aus anderen Häusern flogen einem die Schokoriegel und Gummibärchentüten aus den geöffneten Fenstern des 1. Stocks zu. „Helau!“ riefen die freundlichen Narhallesen, die beim Verteilen ähnlich viel Spaß hatten wie die kleinen Sammler in den Gassen. Alles untermalt von den typischen Partyhits. Da war wirklich Stimmung!

An der Neubaugebietsfastnachtsparty waren wir selbst nicht beteiligt. Meine beiden Kids waren mit ihrem Vater draußen unterwegs und bekamen gar nichts davon mit. Daher war ich die Einzige, die kurz nebenan einen Smalltalk hielt, um danach mit Musik in den Ohren eine Runde durch die Weinberge zu spazieren. Aber auch unsere Kids bekamen ein kleines bisschen Fastnachtsfeeling an diesem Abend. Ganz klein. Aber trotzdem lustig. Auslöser war eine langjährige Bekannte mit einem großen Herz, die am Freitag überraschend bei uns vor der Tür stand, um uns eine Papiertüte zu bringen, welche eine gehörige Portion Süßes enthielt (und eine Flasche Wein für uns Eltern). „Als kleine Überraschung für die Kinder“, erklärte sie uns. So lieb! Wir haben uns wirklich sehr gefreut über diese Aufmerksamkeit. Nun wäre es natürlich etwas öde gewesen, die Süßigkeiten einfach auf den Tisch zu stellen. Nein, nein, ein paar Kniebeugen und ein bisschen Bewegung gehören einfach zur Fastnacht dazu. Am Fastnachtssonntag laufen wir normalerweise von Ebersheim aus den Berg hinab nach Harxheim auf den dortigen Umzug. Der ist klein, aber fein – und wir treffen dort nicht nur den Harxheimer Teil unserer Familie, sondern auch viele Ebersheimer Bekannte. Dieses Jahr nun nicht. Aber um den Gang nach Harxheim zumindest in einer kleinen Variante zu simulieren, scheuchte ich meine Lieben am späten Sonntagnachmittag noch in die Weinberge. „Los, auf zum Wingertshäuschen!“ lautete das Kommando.

Mit Fastnachtsmusik aus dem Handy ließ meine Mutter (die war an diesem Abend zu Besuch) die Süßigkeiten vom Wingertshäuschen regnen. Helau! Eine Aktion, die tatsächlich nur eine Liedlänge dauerte. Aber dafür absolut coronakonform war ;-), ein wenig Bewegung beinhaltete, viel Spaß und einen sehr schönen Sonnenuntergang. Wir haben eben das Beste aus der Situation gemacht…

Am Mittwoch stießen wir bei einer kleinen Fahrradtour ins benachbarte Zornheim übrigens auch auf eine sehr süße Variante von Süßigkeiten-Schüssel: Eine Familie hatte für die vorbeilaufenden Kinder Gummibärchen an ihr Gartentor gebunden. Zudem hing dort noch eine kleine Holzkiste mit Süßigkeiten – verziert mit dem Schriftzug „Helau!“ Wirklich nett gemacht! Ich mag es so gerne, wenn Menschen sich nicht ihrem Trübsal hingeben, sondern versuchen, sich und Anderen trotz der Einschränkungen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, eine gute Zeit zu machen. Mit etwas Kreativität gibt es immer Möglichkeiten, ein Lächeln zu zaubern.

Fastenzeit 2021… etwas weniger süß

Nun hat die Fastenzeit bereits begonnen. Unsere Große hat die Zeit zwischen Fastnacht und Ostern seit Jahren bereits immer ernst genommen und in irgendeiner Weise Verzicht geübt. In der Regel verzichtete sie bislang auf Säfte. Das fällt ihr im Vergleich zu mir nicht so schwer, weil sie ohnehin Wasser und Tee bevorzugt, während ich nur schlecht auf mein Glas Saft am Morgen verzichten kann. Dieses Jahr überlegte sie wieder: „Auf was soll ich in der Fastenzeit verzichten?“ Mein erster Impuls bestand darin, ihr ans Herz zu legen, doch dieses Jahr gar nicht zu fasten, denn der ganze Lockdown ist letztlich eine einzige große Fastenzeit. Und der Verzicht fällt ihr in vielerlei Hinsicht schwer. Warum sich noch zusätzlich das Leben erschweren, wo es doch aktuell schon so viel gibt, das einst selbstverständlich war und nun seit Monaten nicht mehr zur Verfügung steht? Aber sie wollte ihre Fastenzeit auch dieses Jahr begehen. Na gut. Wir legten ihr Netflix und/oder Handyspiele nahe, aber sie traf eine andere Wahl. Keine Süßigkeiten. „Echt jetzt? Keine Süßigkeiten? Auch keine Chips?“ Sie liebt Chips! Aber ihr Plan sah tatsächlich vor: Auch keine Chips. Oho, Respekt. Wir überlegten einen Mittelweg zu gehen, damit es auch zu bewältigen ist: Schokoriegel, Gummibärchen, Popcorn oder Chips sind zu vermeiden, aber ein Nutellabrötchen oder ein Schokomüsli ist ebenso erlaubt wie ein süßer Snack am Nachmittag. Kekse oder Gebäck sollten nach Möglichkeit jedoch selbst gebacken werden.

Heute ist nun Samstag. Sie schlägt sich ganz tapfer, muss ich sagen. Und ich mich auch. Zwar esse ich Süßes, aber weniger. Ich ersetze es mehr durch Obst und Nüsschen. Gestern habe ich eine Mischung aus Cashews mit getrockneten Kirschen und Cranberrys für mich entdeckt, die mich begeistert. Ja, auch nicht gerade figurfreundlich, aber vielleicht etwas natürlicher und nährstoffreicher als ein Kinderriegel. Wo sich der Süßigkeitenverzicht bei mir bisher äußert: Im Einkaufswagen. Ich gehe einfach an den verlockenden Regalen in den Geschäften vorbei. Mal sehen, wann Junior daheim anfängt sich zu beschweren, dass er nichts mehr zum Nachtisch findet… Aktuell ist noch einiges in den Schränken vorhanden.

Die Große hat sich heute damit geholfen, dass sie mit ihrer Freundin zusammen Nussecken gebacken hat. Wollte sie schon immer mal ausprobieren. Heute war es soweit. Und die sind richtig lecker geworden. Gewiss nicht kalorienarm, auch ganz und gar nicht zuckerfrei, aber zumindest wissen wir, was alles drin ist und sie schmecken wirklich gut. Das Beste zudem: Mein Mann hat die Nusseckenbackaktion noch für eine Schuleinheit genutzt. Sie lernen in Mathe gerade Excel kennen. Heute Abend hat er nun mit den Mädels Nusseckenkosten berechnet. Lohnt sich natürlich preislich wirklich, sie selbst zu machen. Sie kamen auf rund 30 Cent – statt 1,70 Euro beim Bäcker.

Hier gelangt ihr zum heute verwendeten und sehr empfehlenswerten Rezept für leckere Nussecken.

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